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Asthma = Asthma bronchiale

Fachartikel zum Thema Asthma = Asthma bronchiale

Asthma bronchiale mit freundl. Genehmigung der Fa. ratiopharm, Ulm

Ca. 5 % der Erwachsenen in Deutschland leiden an Asthma bronchiale, bei Kindern liegt der Anteil etwa doppelt so hoch. Die Sterblichkeit an Lungenerkrankungen macht ca. 10 % an der Gesamtsterblichkeit aus. Weltweit sind ca. 300 Millionen Menschen betroffen, damit ist Asthma eine der häufigsten Erkrankungen.

Asthma = Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung, verbunden mit einer bronchialen Hyperreagibilität. Sie führt zu wiederholten Episoden von pfeifenden Atemgeräuschen, Luftnot, Engegefühl auf der Brust und Husten. Die Beschwerden treten vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden auf. Während der Episoden verengen sich die Atemwege unterschiedlich stark. Die Beschwerden können spontan zurück gehen oder unter Therapie ganz oder teilweise vergehen.

Ursachen

Ursache des Asthma ist eine immunologische Fehlreaktion, bei der es zur Stimulation der Bronchien kommt, dabei werden Entzündungszellen freigesetzt, die eine chronische Entzündung bewirken.
Die Auslöser können sein:

  • allergisch : Stoffe, auf die der Mensch allergisch reagiert, sogenannte Allergene, können eingeatmet werden (Blütenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Tierhaare), als Nahrungsmittel aufgenommen werden, können durch einen Insektenstich oder einen Parasitenbefall in den Körper gelangen oder durch über die Haut aufgenommene Stoffe ins Blut gelangen.(z.B. Creme oder Hautpflaster)
  • intrinsic = innere Ursache (der genaue Ursachenmechanismus ist noch nicht bekannt)
  • durch körperliche Belastung ausgelöstes Asthma
  • durch Schmerzmittel ausgelöstes Asthma
  • durch Reizstoffe oder durch chemische Stoffe ausgelöstes Asthma
  • starke Luftverschmutzung
  • hohe Schadstoffbelastung
  • Kälte, bronchiale Infekte, Nebel, Hausstaubmilben
  • Darmgifte (Enterotoxine) von Bakterien (Staphylococcus aureus, ein häufig in harmloser Weise im Nasenrachenraum lebendes Bakterium) wirken bei manchen Menschen stark allergen und können schwerstes Asthma hervorrufen. Daran sollte man vor allem denken, wenn sich Asthma plötzlich extrem verschlimmert oder wenn schweres Asthma erst ab dem mittleren Lebensalter auftritt. Eine Bekämpfung mit Antibiotika ist keine langfristige Lösung, da die Bakterien hierunter nur kurz verschwinden und schnell wiederkommen.
  • Aufregung, Hektik und Stress können die Atemnot verstärken, jedoch nicht auslösen.

Aufgrund äußerer Reize kommt es zu einer Entzündung der Bronchialschleimhaut. Diese schwillt daraufhin stark an, wird stärker durchblutet und sondert mehr Schleim ab. Das entzündete Gewebe setzt Botenstoffe frei, die zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur führen.
Die Krankheit äußert sich im Auftreten von Atemnotsanfällen, die nur kurz aber auch bis zu mehreren Stunden dauern können und schließlich sogar bis zu 24 Stunden anhalten können. Bei einem so lange dauernden Zustand spricht man vom Status asthmaticus. Dieser Zustand ist absolut lebensbedrohlich.

Pro Jahr sterben ca. 250 000 Asthmatiker an ihrer Erkrankung. Einfluss auf die Asthmaentwicklung haben sowohl die Gene, die Umwelt als auch sozioökonomische Bedingungen. Übergewicht erhöht das Risiko, Industrienationen weisen eine höhere Häufigkeit auf, ärmere Bevölkerungsschichten erkranken häufiger. Innenraumallergene wie Hausstaub, Katzen-, Hundeschuppen und Schimmelpilze erhöhen die Gefahr des Auftretens bei Kindern unter 3 Jahren. Ebenso erhöhen häufige Virusinfektionen in der Kindheit die Gefahr, zu erkranken. Tabakrauch vor oder nach der Geburt erhöhen eindeutig die Erkrankungsrate, beruflicher Kontakt durch Aeroallergene und inhalative schädliche Substanzen erhöhen die Erkrankungshäufigkeit, westliche Nahrung mit wenig Gemüse, Obst und zu vielen ungesättigten Fettsäuren scheint ebenso eine ungünstige Rolle zu spielen wie der Verzicht auf Stillen des Säuglings, wohingegen der frühe Kontakt mit Mikroben sich eher günstig auszuwirken scheint.

Beschwerden

Die Erkrankung beginnt häufig plötzlich mit Anfällen von Atemnot und nächtlichem Husten. Überwiegend tritt das allergische Asthma bei jüngeren Menschen auf, vor allem Kinder und Jugendliche sind betroffen. Die intrinsiche Form findet sich oft nach dem 40. Lebensjahr, bei Frauen häufiger als bei Männern, nicht selten nach einem Infekt. Der IgE – Spiegel ist normal. Es besteht nicht selten eine Schmerzmittelintoleranz. Eventuell bestehen nasale Polypen.

Feststellen der Erkrankung

Neben der üblichen körperlichen Untersuchung, Blutabnahme und Röntgenuntersuchung der Lunge kommt der Lungenfunktionsmessung eine große Bedeutung zu. Der peak flow – Wert ist immer stark erniedrigt(unter 20 % vom Normwert)zeigt eine über 20 %ige Schwankung im Tagesverlauf und große Differenzen vor und nach Bronchospasmolyse. Eventuelle zusätzliche Untersuchungen sind Bodyplethysmographie, Computertomogramm der Lunge und Allergietests sowie Messung der bronchialen Hyperreagibilität. Im Speichel können stark vermehrt Eosinophile (Zellgruppe der weißen Blutkörperchen) nachgewiesen werden.

Die Lungenfunktionsmessung kann ab dem 5. Lebensjahr durchgeführt werden, ist jedoch von der Mitarbeit des Patienten abhängig, hat jedoch eine hohe Aussagekraft. Unabhängig von der Mitarbeit ist die Bodyplethysmographie. Asthma ist definiert, wenn FEV1/VK % unter 70 % bei Erwachsenen oder unter 75 % bei Kindern liegt und eine Reversibilität erreicht wird nach Gabe eines ß-Sympatikomimetikums unter 4 Hüben und damit der FEV1 – Wert über 15 % und über 200 ml ansteigt oder wenn bei normaler Lungenfunktion eine Hyperreagibilität der Bronchien durch Metacholin oder Kaltluft nachgewiesen wird mit einer Senkung des FEV1 unter 20 % und durch Therapie eine Symptomverbesserung auftritt oder wenn eine starke PEF – Variabilität vorliegt mit einer Variabilität zwischen niedrigster und höchster PEF über 20 % bei 4 Messungen pro Tag über 3 – 14 Tage.
Bei positiver Allergieanamnese sollte eine Stufendiagnostik erfolgen mit zunächst Prick – Hauttest mit Standardallergenen oder IgE – Bestimmung, eventuell einer nasalen, bronchialen oder konjunktivalen Provokation bzw. bei Berufsasthma einer arbeitsplatzbezogenen Untersuchung.

Behandlung

Intrinsic Asthma

Bei dieser Erkrankung ist meistens eine Langzeittherapie mit Kortisoninhalationen, in schwereren Fällen eine Kortison- Tablettengabe sowie bei Verengung der Bronchien eine medikamentöse Bronchienerweiterung notwendig. Kortison ist das stärkste derzeit verfügbare entzündungshemmende Medikament. Viele Patienten haben Angst vor Kortison. Diese Angst ist jedoch beim Einsatz als Inhalation und in der heute zur Verfügung stehenden Darreichungsform unbegründet, sofern man sich an die vorgegebenen Regeln hält und nicht überdosiert. Anders muss Kortison als Tablette sehr sorgfältig vom Arzt dosiert und überwacht werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden, da es in der Langzeittherapie durchaus Nebenwirkungen machen kann. Einmalige Kortisongaben als Injektion oder Infusion müssen Patienten nicht fürchten, da Nebenwirkungen erst nach einer längeren Behandlung auftreten. Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das unser Körper zum Überleben benötigt. Probleme entstehen erst, wenn es zu hoch dosiert und über längere Zeit eingenommen werden muss. Um im Akutfall die verengten Bronchien zu erweitern, reicht eine Entzündungshemmung allein nicht aus. Man braucht dann ein schnell wirksames, Bronchien erweiterndes Medikament. Hierzu eignen sich Betamimetika, die ebenfalls inhaliert werden können und die Bronchien rasch erweitern. Sie können bei Bedarf angewendet werden, sollen jedoch nicht häufiger als 3 - 4 Mal pro Tag zum Einsatz kommen. Reicht diese Dosierung nicht aus, muss der Arzt informiert und die Therapieeinstellung geändert werden. Für Menschen, die schlecht inhalieren können, gibt es lang wirksame Betamimetika als Tabletten. Bei bakteriellen Infekten muss eine konsequente Antibiotikatherapie erfolgen, um eine weitere Schädigung der Bronchien und der Lunge zu vermeiden.
Bei chemischen oder anderen Reiz auslösenden Ursachen müssen diese gemieden werden. Beim allergischen Asthma sollte der Kontakt zu den Allergenen(Stoffe, auf die der Patient allergisch reagiert) gemieden werden(z. B. sollten Pollenallergiker sich nicht auf eine blühende Wiese setzen oder Bäume vor dem Fenster haben, Tierallergiker sollten keine Haustiere halten, Hausstaubmilbeallergiker sollten Betten, Vorhänge und Teppichböden sanieren).Auch bei der Berufswahl muss bedacht werden, dass Abgase ungünstig sind und eventuell eine andere Berufswahl nötig werden kann. Abhärtung und Schutz vor Infekten sind wichtig. Bei Anstrengungsasthma muss eine vorbeugende Behandlung mit Sprays erfolgen.
Asthma kann nicht geheilt, aber sehr gut behandelt werden. Der Behandlungserfolg ist davon abhängig, ob sich der Patient an die Anweisungen des Arztes hält. Man unterscheidet die vorbeugende Inhalationstherapie von der Akuttherapie bei Atemnot. Ergänzend können Schleim lösende Medikamente sinnvoll sein. Atemtherapie als ergänzende Maßnahme dient der Stärkung der Atemmuskulatur und können durch Krankengymnastik, die den Körper kräftigt, ergänzt werden. Regelmäßige Bewegung und Sport führen ebenfalls zu einer Kräftigung des Körpers und sind zu befürworten.

Asthmaanfall, Status asthmaticus

In dieser Situation ist immer eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig, da es durch den Verschluss der Bronchien zur akuten Erstickung kommen kann oder durch die mit Schleim gefüllten Bronchien zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme im Blut und einer Kohlensäurevergiftung.

Die Behandlung des Asthma bronchiale muss immer in enger Absprache mit Die Einstellung der Medikamente muss vom behandelnden Arzt erfolgen, da sowohl eine Überdosierung als auch eine Unterdosierung lebensgefährlich sein können. Da beim Asthma auch seelische Faktoren bekannt sind, ist eine Unterstützung durch Entspannungsverfahren und Psychotherapie ev. sinnvoll. Auch Bewegungstherapie verbessert die Situation und führt dazu, dass der Asthmakranke mit seiner Krankheit umzugehen lernt.

Atemtechnik bei Asthma

Bei Asthma ist die Atemtechnik sehr wichtig. Geatmet werden sollte über die Nase, da dann über den Luftraum und die Härchen im Nasenbereich die Luft angewärmt, angefeuchtet und von Staub befreit wird. Die Ausatmung sollte über die Lippenbremse erfolgen, weil hierdurch ein Zusammenklappen der Bronchialwege verhindert wird und die Atemwege frei bleiben.

Inhalation

Die Inhalation gehört heute bereits bei Kleinkindern zur Dauerbehandlung des Asthmas. Wichtig ist eine richtige Anwendung der Sprays. Häufig werden Fehler gemacht, wodurch Gefahren entstehen, entweder durch eine zu geringe Wirkung der inhalierten Substanz oder durch eine Überdosierung aufgrund zu häufiger und falscher Anwendung. Die Inhalation sollte im Stehen ausgeführt werden, damit der Brustkorb maximal entfaltet werden kann.
Nehmen Sie bitte beim Spray die Schutzkappe ab und schütteln Sie das Spray mehrfach kräftig. Atmen Sie tief ein, vollständig aus, halten den Kopf aufrecht oder leicht nach hinten gebeugt und nehmen das Mundstück fest in den Mund, damit die Lippen das Mundstück gut umschließen. Hierdurch wird verhindert, dass Inhalationsgase nach außen verloren gehen. Während des Sprühens atmen Sie bitte fest und tief ein, halten dann die Luft an. Hierbei können Sie das Mundstück herausnehmen, den Mund jedoch geschlossen halten. Halten Sie die Luft bitte 5 – 10 Sekunden an und atmen Sie dann durch die Nase wieder aus. Sollte dies wegen Problemen mit der Nase nicht funktionieren, atmen Sie bitte durch die Lippen mit der Lippenbremse aus. Eine Inhalation mit einer Inhalationshilfe ist jederzeit zu bevorzugen, weil dann der Wirkstoff besser in die kleinen Bläschen der Lunge, die Alveolen eindringt.
Um Pilzinfektionen zu vermeiden, sollte immer vor dem Essen inhaliert werden und nach der Inhalation der Mund ausgespült werden. Tritt dennoch eine Pilzinfektion auf, sollte das Präparat dennoch nicht abgesetzt werden. Bei auftretender Heiserkeit(Zarah Leander – Syndrom) ist es empfehlenswert, das Präparat zu wechseln.

Schweregrad

liegt bereits eines der genannten Kriterien vor, zählt die Zuordnung schon zum höheren Schweregrad:

  • 1. intermittierend(sporadisch auftretend):
    -FEV1/PEF größer oder gleich 80%, peakflow – Variabilität unter 20 %, Symptome maximal 1 x pro Woche, nachts unter 2 x pro Monat
  • 2. gering persistierend(leicht, ständig vorhanden):
    -FEV1/PEF größer oder gleich 80 %, peakflow –Variabilität 20 – 30 %, Symptome von 1 x täglich bis über 1 x pro Woche, nachts mehr als 2 x pro Monat
  • 3. mittelgradig persistierend:
    -FEV1/PEF 60 – 80%, peakflow – Variabilität 20 – 30 %, Symptome täglich, nachts mehr als 1 x pro Woche
  • 4. schwer persistierend:
    -FEV1/PEF unter oder gleich 60 %, peakflow – Variabilität über 30 %, Dauersymptome, eingeschränkte körperliche Aktivität, nächtliche Symptome häufig


Erklärungen:
FEV1= Einsekundenkapazität, d.h. wie viel Luft maximal in 1 Sekunde nach maximaler Einatmung ausgeatmet werden kann

Die Einteilung nach Schweregraden wurde wieder verlassen dafür wird heute das Asthma beurteilt nach :
  • kontrolliertem Asthma, bei dem keine oder maximal 2 Symptome pro Woche bestehen, keine Einschränkung vorliegt, keine nächtlichen Symptome auftreten, eine notfallmäßige oder Bedarfstherapie maximal 2 x pro Woche stattfindet und die Lungenfunktion normal ist.
  • teilweise kontrolliertem Asthma, bei dem über 2 x pro Woche Symptome auftreten, irgendeine Einschränkung besteht, irgendein nächtliches Symptom auftritt, eine Bedarfs – oder Notfallbehandlung mehr als 2 x pro Woche notwendig ist und FEV1 unter 80 % des Sollwertes liegt bzw. PEF unter 80 % des persönlichen Bestwertes
  • unkontrolliertem Asthma, bei dem mehr als 3 Kriterien des teilweise kontrollierten Asthma vorliegen.

Medikamentöse Behandlung

Für die Behandlung von Bedeutung ist eine Kooperation zwischen Patient und Arzt. Der Patient sollte die Erkrankung und die Behandlung verstehen. Ein Therapieziel sollte formuliert werden und die Therapie sollte anhand der peakflow – Messung kontrolliert werden. Ziel ist es, Symptomfreiheit zu erreichen, Exazerbationen und Notfallbehandlungen zu vermeiden. Gut ist es, wenn keine rasch wirksamen Betamimetika notwendig sind, wenn die Leistungsfähigkeit nicht reduziert ist und der Patient sich auch seelisch wohl fühlt. Es sollten keine Nebenwirkungen durch Medikamente bestehen. Die Lungenfunktion sollte normal sein und die peak flow – Variabilität unter 20 % liegen.

Nach den Goal – Kriterien (benannt in der Goal – Studie ) müssen verschiedene Kriterien für eine gute Asthma – Einstellung vorliegen wie peak – flow von mindestens 80 Prozent des Sollwerts, nur an 2 Tagen pro Woche asthmabedingte Beschwerden, maximal 8 Hübe Asthmaspray bei Auftreten von Beschwerden pro Woche, kein nächtliches Aufwachen durch das Asthma, keine Akutausbrüche, keine Notfallbesuche oder behandlungsbedingte Nebenwirkungen, die eine Änderung der Therapie notwendig machen. Dieses Ziel sollte für möglichst viele Asthmakranke erreichbar werden. Voraussetzung hierfür ist eine konsequente Behandlung mit die Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Wirkstoffen. Kortisonpräparate zum Inhalieren wirken entzündungshemmend im Bereich der Atemwege. Sie sind notwendig, um dauerhafte Schädigungen der Atemwege durch chronische Entzündungen zu verhindern.

Man unterscheidet eine Dauer- und eine Notfallmedikation.

Tabelle: Behandlung des Asthma bronchiale nach den Empfehlungen der deutschen Atemwegsliga

Akutbehandlung Dauerbehandlung
Stufe 1 kurz wirksame Beta-2-Agonisten keine
im Bedarfsfall
Stufe 2 kurz wirksame Beta-2-Agonisten niedrige Dosis von
Kortisoninhalationen

Stufe 3 kurz wirksame Beta-2-Agonisten mittlere Dosis von Kortisoninhalationen + lang wirkende Beta-2-Agonisten + retardiertes Theophyllin + ev. Antileukotriene (diese sind zwar weniger wirksam als inhalierbares Kortison, kann dieses jedoch einsparen helfen).
Stufe 4 kurz wirksame Beta-2-Agonisten Hohe Dosis von Kortisoninhalationen + Kortison in Tablettenform (intermitierend oder dauerhaft) in der niedrigsten noch effektiven Dosis + lang wirkende Beta-2-Agonisten + retardiertes Theophyllin, Omalizumab bei allergischem Asthma(nur bei perennialer Sensibilisierung s.c., wenn Kortison nicht ausreicht(da es schlecht steuerbar und teuer ist)

Von den inhalativen Kortisonpräparaten erreichen von Budesonid unter 11 % den Organismus, Becolomethason hat eine Halbwertszeit unter 6,5 Stunden, ca. 15 % erreichen den Organismus, Fluticason kumuliert, hat eine Halbwertszeit von 14,4 Stunden und ein entsprechend hohes Nebenwirkungsrisiko. Ist eine orale Kortisongabe notwendig, muss gleichzeitig ein Osteoporoseschutz durchgeführt werde. Intramuskuläre Depotpräparate sollte vermieden werden, da sie nicht steuerbar sind und die Immunsuppression (Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr) lange anhält. Kurz wirksame Betamimetika sind z. B. Salbutamol oder Fenoterol. Lang wirksame sind z. B. Formoterol(hat einen raschen Wirkeintritt) oder Salmeterol(hat einen langsamen Wirkeintritt, wirkt jedoch über 12 Stunden und wird 2 x täglich dosiert).

Die Behandlung richtet sich nach der auslösenden Ursache.
Zunächst ist es sehr wichtig, herauszufinden, wodurch das Asthma ausgelöst wird. Es kommen allergische Ursachen in Frage. Hat man den Allergie auslösenden Stoff gefunden, ist es am Besten, ihm aus dem Weg zu gehen. Dies erfordert oft besondere Maßnahmen wie Änderung der Wohnungseinrichtung bei Hausstauballergie, Trennung von Haustieren (z.B. bei Katzenallergie), Vermeidung bestimmter Kosmetika, Arzneimittel oder auch bestimmter Nahrungsmittel. Bei Allergien gegen beruflich verwendete Stoffe ist oft ein Arbeitsplatz- oder Berufswechsel notwendig (z.B. beim Bäckerasthma oder bei Mehlstauballergie). Besteht eine Pollen- oder Gräserallergie ist ein Ausweichen bereits deutlich schwieriger. Kann eine Allergie auf eines oder wenige Allergene nachgewiesen werden, kann man eine Hyposensibilisierungstherapie durchführen. Dabei wird der Allergie auslösende Stoff in winzigsten Dosen, die nach und nach gesteigert werden, unter die Haut gespritzt. Dadurch soll eine Toleranz gegenüber dem betreffenden Allergen zustande kommen. Das Problem bei dieser Behandlung ist, dass sie nicht in jedem Fall durchgeführt werden kann, meist über Jahre dauert und nicht ganz ohne Risiko ist. Bei jeder Spritze besteht die Gefahr einer mehr oder weniger starken Allergiereaktion. Neben der Allergenvermeidung und Hyposensibilisierung werden zur Behandlung antiallergische Medikamente verwendet, Bronchien erweiternde Substanzen und Kortison. Kortison kann inhaliert oder als Tablette eingenommen werden. Da Kortison entzündungshemmend wirkt und die Schleimsekretion herabsetzt, ist es beim Asthma hilfreich.

Nach Expertenmeinung ist eine Kortisoninhalationsdosis unterhalb 800 µg Gramm pro Tag bei Erwachsenen unproblematisch und ohne Gesamtkörper- Nebenwirkungen durchführbar, bei Kindern ist die Grenze 400 µy Gramm pro Tag.
Leukotrienrezeptor-Antagonisten wie z. B. Montelukast sind bei der Therapie möglich. Hierdurch kann eventuell Kortison eingespart werden. Wie neuerdings eine Studie bei Schulkindern mit Asthma nachwies, wirkte eine Dosierung von 5 mg Montelukast gleich gut wie die 2 x tägliche Inhalation eines Kortisonsprays. Damit steht eine kortisonfreie Behandlung zur Verfügung.

Bei allergischem Asthma, das mit einer vollständigen Therapie keine Beschwerdefreiheit erreichen lässt, sollte eine IgE – Immuntherapie durchgeführt werden.

Chromone können eingesetzt werden, müssen jedoch vier mal täglich genommen werden und sind weniger stark entzündungshemmend als Kortison.

Theophyllin wird heute bedeutend weniger eingesetzt als früher, da es beträchtliche Nebenwirkungen aufweisen kann und heute durch Beta-2-Agonisten und Kortison eine wirksamere Therapie zur Verfügung steht.

Beta-2-Agonisten unterscheiden sich in ihrer Wirkdauer. Da die kurzwirksamen Beta-2-Agonisten nur eine Wirkdauer von max. 6 Stunden haben, werden sie von den Patienten oft überdosiert. Aus diesem Grund sind langwirksame Beta-2-Agonisten besser.
Asthmaschulungen stehen zur Verfügung, die von bestimmten Firmen oder Ärzten durchgeführt werden.
Ursache für das nicht allergische Asthma können starke Luftverschmutzung und eine hohe Schadstoffbelastung sein sowie Kälte, bronchiale Infekte oder Nebel.
Peak-Flow-Messung
Mit einem einfachen Peak-Flow-Messgerät, das Ihnen jeder Arzt zur Verfügung stellen kann, können Sie Ihre Atmung selbst kontrollieren. Das Peak-Flowgerät kontrolliert den maximalen Atemfluß. Die Anwendung ist einfach.
Sie nehmen das Gerät bitte so in die Hand, dass der Zeiger der Skala, der vorher auf Null eingestellt wird, nicht blockiert wird. Atmen Sie im Stehen kräftig ein und so schnell und so stark Sie können durch das Gerät aus. Führen Sie bitte Buch über den erreichten Wert, den das Gerät anzeigt. Es empfiehlt sich anfangs eine dreimal tägliche Messung und das Führen eines Peak-Flow-Tagebuches. So kann der persönliche Bestwert bestimmt werden. Dieser wird mit 100% angesetzt. Man kann dann nach dem einfachen Ampelsystem die Gefahr bei einer Verschlechterung ablesen.
Bei 80 – 100% Ihres persönlichen Bestwertes befinden Sie sich im grünen Bereich.
Bei 50 – 80% Ihres persönlichen Bestwertes steht die Ampel auf gelb, d.h. es ist Vorsicht geboten.
Bei unter 50% Ihres persönlichen Bestwertes ist die Ampel im roten Bereich und es droht Gefahr.

Folgen der Erkrankung

Durch die Bronchialverengung muss die rechte Herzkammer einen verstärkten Druck aufbringen um das Blut durch die Lunge zu pumpen. Dies führt zu einer Herzmuskelverdickung. Herzhypertrophie
Es kommt zu einer Drucksteigerung im kleinen Kreislauf und dem sogenannten Cor pulmonale. Bei einer stärkeren Belastung des rechten Herzens kommt es zunehmend zu Beschwerden wie Herzklopfen, Engegefühl im Brustkorb, Schwindel durch verminderte Sauerstoffaufnahme usw. Beim Fortschreiten der Erkrankung kommt es schließlich zur Schwäche des rechten Herzens bis hin zum Versagen (Rechtsherzinsuffizienz) Herzschwäche
Die Vorbeugung besteht vor allem in einer Vermeidung von schädigenden Auslösern und, falls dies nicht möglich ist, in einer frühzeitigen Behandlung, um Folgeschäden zu vermeiden.

Vorbeugen:

  • Rauchen Sie nicht. Rauchen schädigt die Bronchialschleimhaut. Dies gilt auch für Passivrauchen.
  • Stress und seelische Belastungen sollten Sie meiden, da dies zu einer Verkrampfung der Bronchien führen kann. Entspannungsübungen sind sinnvoll.
  • Empfehlenswert ist Ausdauersport im grünen Bereich, dies ist vor allem für asthmakranke Kinder wichtig, da hierdurch das Selbstwertgefühl gesteigert wird und die Kinder nicht in eine Außenseiterposition gedrängt werden.
  • Sinnvoll hierfür sind Radfahren, Walking, Joggen und Schwimmen.

  • Vermeiden Sie es, wenn in der Familie bereits Asthma oder eine Atopie vorliegen, Haustiere mit Fell oder Federn anzuschaffen.
  • Vermeiden Sie es, wenn Sie Allergiker sind oder aus einer allergischen Familie kommen, einen Beruf zu ergreifen, der ein Risiko für Asthma darstellt.
  • Wenn Sie bereits unter Asthma leiden, halten Sie Ihre Wohnung trocken, damit sich kein Schimmelpilz einnisten kann, behandeln Sie eine eventuelle Hausstauballergie, vermeiden Sie Aspirin oder NSAR als Schmerzmedikamente, vermeiden Sie, wenn nicht ausdrücklich ärztlich genehmigt, die Anwendung von Betablockern, auch als Augentropfen und lassen Sie sich gegen Influenza und Pneumokokken impfen.

VORSICHT ist jedoch geboten, da zu starke Belastung Asthma auslösen kann. Daher ist eine Information über das richtige Verhalten und stets das Mitführen eines Akutsprays notwendig.
Bei allergischem Asthma ist eine Hyposensibilisierung sinnvoll, wenn man den Allergenen nicht ausweichen kann und wenn es sich um wenige Allergene handelt.

Prognose

Die Prognose bei Asthma ist besser als die bei COPD, obwohl der Leidensdruck meist größer ist.

Quelle: Pneumologer.8:273-284,Springer Verlag 2011

Erfahrungsberichte zum Thema Asthma = Asthma bronchiale

  • Neuester Erfahrungsbericht vom 24.06.2018:

    Liebes Team,

    laut einem Pricktest vom September 2014 bin ich sehr stark allergisch gegen Hausstaubmilben, allergisch gegen Birke, Gräserpollenmischung, Eiche, Hasel, Roggen, Histamin als Positivkontrolle usw. IGE sehr stark erhöht, Bronchialschleimhaut ist gerötet und chronisch entzündet. Habe ständig Schleim im Hals und regelmäßig verspüre ich Atemnot. Fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid ist auch stark erhöht. Was könnte die Ursache für meine Beschwerden sein?

    Liebe(r) Leser(in),

    Sie haben vermutlich selbst schon die richtige Diagnose gestellt. Wahrscheinlich handelt es sich um allergisches Asthma. Konsultieren Sie bitte einen Lungenfacharzt. Liebe Grüße

    Ihr Biowellmed Team
  • Erfahrungsbericht vom 02.02.2007:

    Asthma Bronchiale Kortison Therapie Was kann man gegen Kortison tauschen,weil es die knochen angreift!!! Liebe Besucherin unseres Gesundheitsportals, wenn dies so einfach wäre, würde man es längst tun. Die Knochen greift Kortison vor allem an, wenn eine...
    Lesen Sie den ganzen Bericht zum Thema Asthma = Asthma bronchiale.
  • Erfahrungsbericht vom 14.05.2006:

    wie kann man spielerisch asthma kinder nah bringen? Liebe Leserin, lieber Leser, das kommt natürlich auaf das Alter des Kindes an. Wir sind der Auffassung, dass man einem Kind schon die Vorgänge beim Asthma erklären sollte. Man kann...
    Lesen Sie den ganzen Bericht zum Thema Asthma = Asthma bronchiale.
  • Erfahrungsbericht vom 11.03.2006:

    Sehr geehrte Damen und Herren, Ich hatte immer starkes Herzrasen. Im Herbst ging ich zum Kargiologe, der ein Riss in der linken Herzkammer feststellte. darauf hin verschrieb er mir Betablocker 'Bisobeta'. Nach ca. 3 Wochen bekam ich ein heftigen...
    Lesen Sie den ganzen Bericht zum Thema Asthma = Asthma bronchiale.
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