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Prostatitis

Fachartikel zum Thema Prostatitis

2 – 10 % der Männer erkranken im Laufe des Lebens an einer Prostatitis(= Prostataentzündung). Die Prostata(Vorsteherdrüse) ist ein gut durchblutetes Organ, das sowohl bei der Harnentleerung, Stuhlentleerung als auch beim Geschlechtsverkehr Berührungen und Bedrängung ausgesetzt ist. Sie liegt im Bereich der hinteren Harnröhre. Entzündungen in der Drüse entstehen durch Fortleitung aus der Blase oder über das Blut(hämatogen). Eine Einengung des Harnröhrenabflusses kann die Infektion begünstigen, da beim Wasserlassen dadurch der Druck in Richtung Prostata steigt und Bakterien oder Entzündungszellen in die Prostata gedrückt werden. Man unterscheidet folgende Entzündungsformen:

  • 1.akute bakterielle Prostatitis
  • 2.chronisch bakterielle Prostatitis
  • 3.chronisch abakterielle Prostatitis = chronisches Schmerzsyndrom des Beckens(CS)
  • 4.asymptomatisch entzündliche Prostatitis

Ursache


  • 1.Bakterien, in erster Linie Escherichia coli(Darmbakterien)
  • 2. Darmbakterien oder seltenere Erreger wie z. B. Mycobacterium tuberculosis, Neisseria gonorrhoeae, Trichomonaden, Viren, Pilze
  • 3.Erreger können nicht nachgewiesen werden.
  • 4.Das Prostatasekret kann Leukozyten als Entzündungszeichen enthalten.

Beschwerden

  • 1.Gehäuftes Wasserlassen(Pollakisurie), Harndrang(Dysurie), Spannungs- oder Druckgefühl im After, hohes Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Stuhlgang, eventuell leichter Ausfluss aus der Harnröhre, Schmerzen in Damm, Hoden, Penis, Beckenbereich und in der Lendengegend sind möglich.
  • 2.Es können Beschwerden wie bei der akuten Prostatitis auftreten, jedoch ohne Fieber, außerdem Spannungs- und Druckgefühl im Dammbereich mit Ausstrahlung in Hoden und Leisten, Kreuzschmerzen, vor allem beim Aufstehen nach längerem Sitzen, Kälteabhängigkeit und Störungen der Sexualfunktion.
  • 3.die Beschwerden können die gleichen sein wie bei der chronisch bakteriellen Prostatitis. Erreger können keine nachgewiesen werden. Man vermutet eine vegetative Fehlsteuerung, z. B. aufgrund belastender Ereignisse (psychosomatisches Geschehen) sowie eine seelisch bedingte chronische Verspannung der Muskulatur im Beckenbereich.
  • 4. Es bestehen keine Beschwerden.

Feststellen der Erkrankung

Bereits aufgrund der Beschwerden des Patienten weist die Ursachensuche in Richtung Blase/Prostata. Die Anamnese ist ebenso von Bedeutung wie die klinische Untersuchung mit Abtastung des Bauches und die rektale Untersuchung(Tasten der Prostata durch den After), bei welcher eine Druckempfindlichkeit der Prostata ebenso nachgewiesen werden kann wie eine verstrichene Kontur bzw. Schwellung des Organs. Eine Ultraschalluntersuchung dient zum Ausschluss eines Prostataabszesses und zum Nachweis eventueller Harnableitungsstörungen. Eine Uroflowmetrie mit Restharnbestimmung kann weiter notwendig werden. Mit der 4 Gläser Probe kann die Ursache weiter eingeengt werden, wobei zunächst ein Ersturin untersucht wird, sodann ein Mittelstrahlurin. Wenn keine Erreger gefunden werden, untersucht man anschließend das Prostataexprimat und schließlich den Urin nach Prostatamassage. Eventuell wird noch das Ejakulat untersucht.

Behandlung

  • 1.Die Behandlung erfolgt anfangs meist stationär und besteht in Bettruhe, ausreichender Flüssigkeitsaufnahme, hochdosiert Antibiotika, Regelung der Stuhlentleerung(oft schmerzhafter Stuhlgang), entspannenden Maßnahmen wie Dampfsitzbäder oder feuchtwarmen Packungen, Schmerzbekämpfung und eventuell krampflösenden Medikamenten. Nach einigen Tagen darf der Patient meist das Krankenhaus verlassen, sollte die Antibiotika jedoch noch 4 Wochen weiter nehmen, da sonst eine hohe Rückfallgefahr besteht(ca. 50 %). Die Gefahr bei einer unzureichenden oder nicht rechtzeitigen Behandlung besteht in der Einschmelzung der Prostata(Prostataabszess).
  • 2.Antibiotika für 3 – 6 Monate, sonst Maßnahmen wie oben.
  • 3.Aufklärung des Patienten über den vermutlich funktionellen Charakter der Beschwerden, beruhigende und durchblutungsfördernde Mittel auf pflanzlicher Basis, Stuhlregulation, Sitzbäder, Psychotherapie, Entspannungsverfahren, Biofeedback, Stressregulation.

Quellen:

Hartmann,R:Urologie, Springer Berlin 2010
Carl-Erich Alken, Jürgen Sökeland.Urologie, Thieme 9. Auflage

Erfahrungsberichte zum Thema Prostatitis

  • Neuester Erfahrungsbericht vom 14.02.2013:

    Im mai 2012 hatte ich eine schwerre Nierenbecken Entzündung und musste Notfallmässig ins Spitalnd, danch 14 tage Antibiotika. Bei jeder weiteren Untersuchung wurden Bakterien im Urin festgestellt und ich musste jeweils für 5/6 Tage Antibiotika nehmen im November machte der Arzt die 4Gläser Probe was den Verdacht chr.bakt. Prostatitis bestätigte, gleichzeitig löste der Arzt mit der Untersuchung eine weitere Infektion aus die mich wieder Notfallmässig ins Spital brachte. Dann wurde mir eine 6Wöchige Antibiotika Kur verschrieben, die auch nicht half weil ich gerade wieder mit einer schweren Entzündung im Bett liege. Ich habe meine Ernährung umgestellt säuren/basen Haushalt, seit dem Ende der Antibiotikakur nehme ich koloidalessilber. Der Arzt will mir die Prostata ausschälen hilfe. Können Sie mir etas empfehlen.

    Lieber Herr T.,

    die schulmedizinische Behandlung besteht in einer antibiogrammgerechten Antibiotikatherapie über einen längeren Zeitraum in Kombination mit einem alpha - Blocker, da Ihre Beschwerden schon chronisch sind. Möchten Sie das nicht, kommen alternativmedizinische Verfaharen in Betracht. Diese sollten jedoch nur von Ärzten durchgeführt werden, da bei bakterieller Prostatitis eine regelmäßige medizinische Kontrolle nötig ist. Zur Verfügung stehen hier z. B. Stärkung des Immunsystems durch Aufbau einer gesunden Darmflora, Eigenbluttherapie, Nosodentherapie(um nur einige zu nennen). Gute Besserung wünscht

    Ihr Biowellmed Team

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