Was sind Triglyzeride?
Kurz und bündig: Neben den bekannten Risikofaktoren der KHK werden heute zunehmend auch die Triglyzeride als Herz- und Gefäßrisikofaktor erkannt. Triglyzeride gehören zu den Lipoproteinen. Sie entstehen in der Leber durch ein erhöhtes Angebot an Fettsäuren als very low density Lipoproteine (VLDL).
Zusammenhang mit VLDL, LDL und HDL
Aus jedem VLDL entsteht ein LDL-Teilchen, das wegen seiner Kleinheit von den Fresszellen aufgenommen wird. Gleichzeitig kommt es hierdurch auch zu einer vermehrten Aufnahme von Cholesterin in die Fresszellen. Selbst ein hoher Rücktransport durch hohes HDL-Cholesterin reicht nicht aus, um in der Arterienwand ein Cholesteringleichgewicht herzustellen und die Förderung der Arteriosklerose wird in Gang gesetzt.
Ursachen für erhöhte Triglyzeride
Primäre Ursachen: Vererbung und Fettstoffwechselstörungen
Es kann eine kombinierte Hyperlipidämie (erhöhter Blutfettspiegel) vorliegen, die autosomal dominant vererbt wird. Die Triglyzeride sind dann meistens 200 – 1000 mg/dl. Hierfür verantwortlich ist eine Veränderung der Erbanlage (Gen), die zu einer Aktivitätsminderung des fettspaltenden Enzyms Lipoproteinase führt und einen erhöhten Triglyzeridspiegel im Blut erzeugt bei gleichzeitig niedrigem HDL-Spiegel.
Sekundäre Ursachen: Ernährung, Alkohol und andere Erkrankungen
Bei dieser Erbanlage besteht außerdem die Gefahr, an einer akuten Bauchspeicheldrüsenerkrankung zu erkranken. Man nennt diese Triglyzeriderhöhung primär und unterscheidet sie von sekundären Triglyzeriderhöhungen, die aufgrund anderer Erkrankungen entstehen. Sie können Folge von Übergewicht, Fehlernährung, Alkoholmissbrauch, Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Gicht, Zuckerkrankheit u. a.) sein oder als Nebenwirkung von Medikamenten entstehen (Betablocker, Kortison, Entwässerungsmedikamenten, Babypille).
Wie erkennt man einen erhöhten Triglyzeridspiegel?
Blutwerte: Wann spricht man von hohen Triglyzeriden?
Man kann einen erhöhten Triglyzeridwert im Blut feststellen.
Symptome: Gibt es Warnzeichen?
Symptome entstehen durch einen erhöhten Triglyzeridspiegel keine.
Wie kann man Triglyzeride senken?
Gesunde Ernährung und Lebensstil
Die beste Behandlung besteht in einer gesunden Ernährung mit Verzicht auf Alkohol und Einsparen einfacher Kohlenhydrate, Vermeiden gesättigter Fettsäuren und von Übergewicht sowie Erhöhung der Ballaststoffe in der Ernährung. Bewegung ist zusätzlich zu empfehlen.
Omega-3-Fettsäuren und deren Wirkung
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, den Triglyzeridspiegel unter 150 mg/dl zu halten, können täglich 1,5 g Omega-3-Fettsäuren versucht werden. Diese vermindern die Produktion der VLDL und bauen diese vermehrt ab.
Medikamente: Fibrate und Nikotinsäure
Reicht auch diese Maßnahme nicht, können Medikamente erforderlich werden wie Fibrate oder Nikotinsäure.
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