Was ist das Overlap-Syndrom?
Das Overlap-Syndrom ist eine Kombination aus autoimmuner Hepatitis und primär biliärer Zirrhose oder primär sklerosierender Cholangitis. Während bei der Autoimmunhepatitis verschiedene Autoimmunphänomene belegt sind und Antikörper gegen eigenes Lebergewebe gefunden werden können, ist dies bei der primär biliären Zirrhose (PBC) und primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) noch nicht eindeutig möglich.
Ursachen des Overlap-Syndroms
Obwohl man diese Erkrankungen ebenfalls den Autoimmunerkrankungen zuordnet, zeigt sich bei etwa 15 – 25 % der Patienten histologische Zeichen beider Erkrankungen. Dies betrifft insbesondere Autoimmunhepatitis (AIH) und PBC, sehr selten auch AIH und PSC. Man bezeichnet diese Erkrankungen dann mit Overlap-Syndrom.
Symptome des Overlap-Syndroms
Die Symptome der Autoimmunhepatitis umfassen typischerweise die Entzündung der Leber. Bei der primär biliären Zirrhose und der primär sklerosierenden Cholangitis können Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz und Gelbsucht auftreten.
Diagnose des Overlap-Syndroms
Die Feststellung der Erkrankung erfolgt durch eine histologische Untersuchung nach Gewebeprobe. Diese Untersuchungen sind essenziell, um die Autoimmunreaktionen und Antikörper nachzuweisen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Patienten profitieren von einer Kombinationstherapie mit Prednisolon, Azathioprin und Ursodesoxycholsäure in hoher Dosierung. Letztere führt zur Verbesserung des Galleflusses und verhindert einen Gallestau.
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Erfahrungsberichte (4) zum Thema „Overlap-Syndrom: Ursachen, Symptome und Behandlung“
Wir veröffentlichen so viele Erfahrungsberichte, da es anderen Betroffenen helfen kann, mehr Informationen zu ihrer Krankheit zu erhalten. Dadurch ergeben sich mehr Möglichkeiten, Fragen an Ihren behandelnden Arzt zu stellen, um die Vorgehensweise oder Behandlung besser zu verstehen. Aus diesem Grund sind auch die Erfahrungen anderer Menschen, die an dieser Krankheit leiden, wertvoll und können dem Einzelnen nützen. Wir freuen uns daher über jeden Erfahrungsbericht.
Schreiben Sie Ihren eigenen Erfahrungsbericht
Hallo,
aufgrund erhöhter Leberwerte steht unter anderem eine sogenannte PSC im Raum.
Es war folgte eine MRCP Untersuchung ohne Kontrastmittel (wegen Unverträglichkeit) lediglich mit Heidelbeersaft vor der MRCP.
Kann eine PSC durch ein MRCP ohne Kontrastmittel gesehen werden oder ist dieses für die Diagnose der PSC nötig / ausschlaggebend?
Vielen Dank!
Liebe*r Leser*in,
es findet immer eine Stufendiagnostik statt, die abhängig ist von den vorangegangenen Befunden und Beschwerden. Kommt man mit der bisherigen Untersuchungsmethode nicht weiter, muss ein anderer Weg gewählt werden.
Zusätzliche diagnostische Optionen zur Differenzierung der dominanten Stenose können der intraduktale Ultraschall und die duktale Cholangangiographie. Deshalb sollten Sie das weitere Vorgehen mit Ihren Ärzten besprechen. Liebe Grüße
Ihr Biowellmed Team
Bei mir wurde im Jahr 2013 ein Overlap-Syndrom = PBC und Autoimmunhepatitis (histologisch gesichert durch Gewebeprobe der Leber)festgestellt.
Meine Anfangsdosis waren Budenofalk 3 mg 3 x täglich und Ursofalk 250 mg 3 x täglich. Seit ca. 1 Jahr wurde die Dosis auf 2 x täglich 3 mg Budenofalk und 2 x täglich 250 mg Ursofalk reduziert. Medikamente sind eigentlich sehr gut verträglich (Leberwerte sind auch ganz gut).
Und ich nehme noch zusätzlich Sandocal 500 mg/440 i.E. 2 x täglich, zur Vorbeugung von Osteoporose… (Langzeiteinnahme von Kortison, kann nämlich dazu führen).
An manchen Tagen bin ich aber trotzdem müde, habe Juckreiz und fühle mich allgemein schlecht…
Muss wohl damit leben….Habe in den letzten 2 Jahren ca. 20 kg Gewicht zugenommen, denke mal vom Kortison. Haben auch schon probiert auf Atzatioprin umzustellen. Das ging gar nicht, weil ich die sehr schlecht vertragen habe haben sehr viele Nebenwirkungen (z.B.) Kreislaufprobleme mein Blutdruck spielte verrückt..und Magenschmerzen.
Also wieder auf Budenofalk und Ursofalk zurückgekommen. Leider gibt es ja keine Langzeitergebnisse was die Medikamente betrifft. Hoffe mal die helfen mir in den nächsten Jahren und die Krankheit wird dadurch verlangsamt bzw. kommt zum Stillstand. Hatte Glück dass es bei mir in einem ganz frühen Stadion festgestellt wurde.
Übrigens, bei mir war es jedenfalls so, dass ich die Krankheit bzw. die genetische Veranlagung dafür von meiner Mutter geerbt habe. Die Krankheit kann, muss aber nicht ausbrechen. Einen genauen Auslöser dafür ist bis jetzt meines Wissens auch noch nicht gefunden worden. Meine Mutter hatte weniger Glück, es wurde bei ihr zu spät festgestellt, sie ist 2012 daran verstorben bzw. an einer Leberzirrhose, die Folge dieser Erkrankung…
Laut meines Wissens gibt es nicht viele Menschen mit diesem Overlap Syndrom…Übrigens bin ich jetzt 48… Natürlich bleibt immer auch die Ungewissheit und natürlich auch Angst, dass diese unnötige und bösartige Krankheit die Oberhand erhält und dass ich mal genau so grausam sterben muss, wie ich es bei meiner Mutter gesehen habe…
Meine Kind bzw. Enkelkind sind aber gewarnt, diese lassen sich regelmäßig ihre Leberwerte testen, damit die Krankheit (was ich nicht hoffe) rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann…(und das muss lebenslänglich sein, auch wenn Krankheit zum Stillstand kommt, sonst kann sie wieder erneut aufflammen und dann noch schlimmer und stärker als zuvor….
Liebe V.,
wir danken Ihnen für Ihren interessanten Bericht udn wünschen Ihnen natürlich von Herzen weiterhin alles Gute. Sie sind ja in Überwachung, was sehr wichtig ist. Liebe Grüße
Ihr Biowellmed Team
Seit 2013 Diagnostik aih.
Kurzzeitig Juni kurz vor leberversagen und overlap zwischen primär Billiare Zirrhose und aih.
Jetzt nur noch aih und 9 mg budenofalk , 170mg azatioprin, 1 Vingantolette,1 ursofalk
Gewicht innerhalb 1 Jahr 30 kg Zunahme
Typische Symptome wie Müdigkeit, antriebslos , cushing Syndrom.
Meine Ärztin hat trotz Leberfachzentrum und angeblicher Erfahrung keine Ahnung.
Zweite Meinung wird am 26.08. erneut eingeholt
Ich werde langsam wieder fett und meine Psyche macht da nicht mehr mit.
Ich brauche richtige Hilfe von Profis die Ahnung haben.
Liebe T.,
wir können Ihr Problem sehr gut verstehen und hoffen, es kann eine Alternative zur Kortisontherapie gefunden werden. Dann geht es auch mit Ihrem Gewicht wieder bergab und Sie werden hoffentlich wieder glücklicher. Dies wünscht von Herzen
Ihr Biowellmed Team
P.s.Es wäre sicher für viele Betroffene interessant, wie es bei Ihnen medikamentös weiter geht. Für eine Information wären wir dankbar.
Vor ca. 6 bis 7 Jahren wurde bei mir nach langer Diagnostik eine PSC diagnostiziert (Blutwerte/Antikörper, Leberpunktion, ERCP). Seither werde ich mit Ursofalk behandelt.
Bei meiner letzten Kontrolluntersuchung wurde mir mitgeteilt, dass es auch sein könne, dass ich an einem Overlap Syndrom leide. Die Gallengänge im Ultraschall seien zwar leicht perlschnurartig, jedoch nicht ausgeprägt. Die letzte Leberpunktion hat aber ergeben, dass sich mein Lebergewebe umbaut.
Mein behandelnder Arzt meinte, es würde sich aber an der Therapie eh nichts ändern (also nach wie vor nur Ursofalk), auch wenn ich dieses Overap Syndrom habe.
Hat jemand Erfahrung damit??
Liebe Leserin,
da man bei Ihnen bereits eine ausführliche Diagnostik durchgefürht hat mit Bestimmung der Antikörper und Leberbiopsie, sollte klar sein, ob Sie unter einer Autoimmunhepatitis leiden oder nicht. Wenn ja, wäre eine immunsuppressive Therapie zusätzlich zu Ursofalk notwendig. In sofern hat dies durchaus eine Bedeutung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, die Diagnose mit Ihrem Arzt nochmals eingehend zu klären. Liebe Grüße
Ihr Biowellmed Team