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Gebärmutterhalskrebs = Zervixkarzinom

Fachartikel zum Thema Gebärmutterhalskrebs = Zervixkarzinom

Kurz und bündig

Der Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Erkrankung, von der in Europa jährlich ca. 34 000 Frauen betroffen sind, ca. 15 000 Frauen sterben daran. Es ist dank besserer und früherer Diagnosestellung nicht mehr so häufig wie früher Krebstodesursache bei Frauen im jüngeren Alter. Die Vorstufen (Präkanzerosen) entstehen meist zwischen 35 und 40 Jahren, die Krebserkrankung zwischen 40 und 50 Jahren.

Ursache

Hervorgerufen wird der Krebs durch das Papillomavirus, wobei vor allem die Typen HPV 16 und HPV 18 eine Rolle spielen. Sie werden mit dem Geschlechtsverkehr übertragen. Meistens heilt die Infektion aus. Sie kann jedoch auch fortbestehen und mit der Zeit in die Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses übergehen, der dann zur Krebserkrankung führt. Bei etwa 1 % der infizierten Frauen entsteht eine Krebserkrankung. Ca. 70 % der geschlechtsreifen Frauen weisen eine Infektion auf. Ohne vorherige Infektion tritt praktisch kein Gebärmutterhalskrebs auf. Früher Geschlechtsverkehr und Prostitution fördern die Entstehung.

Beschwerden

Die häufigsten Beschwerden sind blutig – bräunlicher Ausfluss, Zwischenblutungen, Blutungen vor und nach der Menstruation oder Blutungen nach der Menopause. Auch neu aufgetretene unüblich starke, lange, häufige oder unregelmäßige Blutungen müssen ernst genommen werden. Schmerzen treten erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Andere Beschwerden können bei Einwachsen des Krebses in andere Organe oder Strukturen auftreten, stellen also ebenfalls keine Frühzeichen dar, die als Warnung ernst genommen werden müssen.

Feststellen der Erkrankung

Der Tastbefund kann bereits Hinweise ergeben. Der Abstrich (Papanicolaou) vom Gebärmutterhals, den der Frauenarzt durchführt, ist die wichtigste Untersuchung zur Feststellung einer Zellentartung. Normalerweise trägt der Muttermund (Portio) ein Plattenepithel. Verändert sich dieses (Zellen ändern ihre Gestalt und vermehren sich übermäßig), spricht man von Präkanzerose. Erst wenn die Zellen das Bindegewebe durchbrechen, liegt eine Krebserkrankung vor. Im Stadium der Präkanzerose (Carzinoma in situ) kann noch eine vollständige Heilung erfolgen. Im Frühstadium ist die Entartung nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Mit der Kolposkopie (Betrachtung mit einem Instrument, das ca. 10 – 40 fach vergrößert) kann der Frauenarzt eventuell Veränderungen erkennen. Selbst bei unauffälligen Abstrichen und Blutungsanomalien muss bei Frauen über 40 Jahre eine Ausschabung (Abrasio) durchgeführt werden, um sicher zu gehen. Dabei wird die Gebärmutterschleimhaut ausgekratzt und auf bösartige Zellen untersucht. Sind die Abstriche verdächtig (Papanicolaou IV – V), ist zumindest eine Präkanzerose anzunehmen. Bei unklaren Abstrichen (Papanicolaou III), muss der Arzt entscheiden, ob er diese wiederholt oder ob gleich eine Ausschabung durchgeführt wird oder ob eine Gewebeprobe (Konisation = Entnahme eines spitzwinkligen Kegels aus dem Gebärmutterhals zur Untersuchung) entnommen wird. Eine Entnahme von Probematerial(Biopsie) kann zur Beurteilung notwendig werden. Auch eine Untersuchung auf Papillomviren ist von Bedeutung. Bei Nachweis bösartiger Zellen sind eine Ganzkörperuntersuchung mit Blutentnahme (Bestimmung des Tumormarkers SCC = squamös cell carzinoma Antigen) , Röntgen der Lunge, eventuell Untersuchung der Blase und des Darms als benachbarte Organe, eventuell Nierenuntersuchung durch Röntgen, Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane, eventuell Ausspiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie) notwendig. Liegt bereits ein Gebärmutterhalskrebs vor, kann durch Nachweis der Nucleinsäuren des Papillomvirus eine eventuelle Mikrometastasierung nachgewiesen werden. Ob die Untersuchung des Sentinel Lymphknotens einen Vorteil bringt, ist noch nicht entschieden.

Stadien des Gebärmutterhalskrebses

  • Stadium I: Krebserkrankung auf den Gebärmutterhals beschränkt
  • Stadium II: Der Krebs greift auf die Scheide oder die Parametrien (Bindegewebe neben der Gebärmutter) über
  • Stadium III: Die Scheide ist zu mehr als 2/3 oder die Parametrien bis zur Beckenwand befallen
  • Stadium IV: Der Krebs bricht in die Nachbarorgane ein oder weist Fernmetastasen auf.

Die Krebserkrankung kann über die Lymphwege, die von den Parametrien zur Beckenwand und zu den iliakalen Lymphknoten (im Leistenbereich) und paraaortalen (neben der Hauptschlagader) Lymphknoten verlaufen, Tochtergeschwülste bilden. Die Krebserkrankung bildet erst spät und relativ selten Metastasen, die über das Blut transportiert werden und die dann in den Knochen oder die Lunge gelangen.
Von der Histologie handelt es sich bei ca. 95 % um Plattenepithelkarzinome, bei ca. 5 % um Adenokarzinome.

Behandlung

Die Behandlung ist immer abhängig vom Stadium der Erkrankung, vom Alter der Patientin und ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. In frühen Krankheitsstadien dient die Konisation nicht nur der Diagnostik, sondern ist gleichzeitig Behandlung, wenn damit die bösartigen Zellen entfernt wurden. Besteht ein fortgeschritteneres Stadium wird die Gebärmutter, eventuell mitsamt den Eierstöcken oder Teilen der Scheide, des umgebenden Gewebes oder der befallenen Lymphknoten im Becken oder neben der Hauptschlagader entfernt. Bei höherem Risiko erfolgt anschließend eine Bestrahlung, die auch mit einer Chemotherapie kombiniert werden kann, um noch bessere Erfolge zu erzielen. Üblicherweise wird derzeit bei Frauen, die eine Tumorgröße unter 4 cm aufweisen und keinen Lymphknoten- oder Gefäßbefall haben, eine Entfernung der Gebärmutter vorgenommen. Sind Lymphknoten befallen, setzt sich die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie mit besseren Ergebnissen eher durch als die Operation mit nachfolgender Radiochemotherapie. Auch in Fällen, in denen eine Operation nicht möglich ist, kann eine Bestrahlung mit oder ohne Chemotherapie erfolgen. Die Bestrahlung erfolgt von innen als Brachytherapie von der Gebärmutter oder Scheide aus und von außen percutan durch die Haut. Bestehen bereits Metastasen, ist die Erkrankung nicht mehr heilbar. Es können dann nur noch die Beschwerden gelindert oder der Krankheitsverlauf verzögert werden. Bei Knochenmetastasen kann man den Knochen bestrahlen und Bisphosphonate verordnen. Bei Frauen mit Schwangerschaftswunsch kann unter bestimmten Voraussetzungen, die genau festgelegt sind (Tumorgröße, Stadium), auf die Entfernung der Gebärmutter verzichtet werden und nur eine Entfernung des Gebärmutterhalses und eines Teils der Parametrien erfolgen.
Die Patientinnen, die man nur operiert, haben meist weniger Beschwerden im Bereich der Geschlechtsorgane als die Patientinnen, die bestrahlt werden müssen. Es bestehen neben den oben genannten körperlichen Beschwerden, die als Folge der Behandlung auftreten, auch Ängste, die unbegründet sind wie z. B. die Angst vor einer starken Blutung, die Angst, durch den Geschlechtsverkehr einen Rückfall zu bekommen oder die Angst, den Partner anzustecken. Hier kann man die betroffenen Frauen beruhigen und ihnen die Angst nehmen. Auch sollte man ihnen raten, gleich nach Abheilung einen Vaginaldilatator zu verwenden, ein sanftes Gerät zur Dehnung, das, rechtzeitig eingesetzt, einer zu starken Verengung und Schrumpfung der Scheide vorbeugen kann. Psychologische Hilfe sollte bei Problemen seelischer Art immer in Anspruch genommen werden.

Risiken der Behandlung

Neben den allgemeinen Operationsrisiken können schmerzhafte Narben innen und außen zurückbleiben. Wie bei jeder Bauchoperation kann es zu einem Verwachsungsbauch kommen. Nerven können geschädigt oder verletzt werden und zu Gefühlsstörungen oder Funktionsstörungen von Organen führen wie z. B. Problemen mit der Blasenentleerung. Wenn gleichzeitig die Eierstöcke entfernt werden, kann es zu Wechseljahrsbeschwerden kommen. Wird bestrahlt, können Probleme der Scheide wie erhöhte Empfindlichkeit und Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ( in bis zu 50 % der Fälle), Probleme der Blase wie chronische Blasenentzündungen (Strahlencystitis) oder des Darmes wie chronische Darmentzündungen (Strahlencolitis) auftreten.

Vorbeugung;

Es wurde ein Impfstoff gegen Papillomviren entwickelt, der die Typen HPV 6, 11, 16 und 18 erfasst und für 3 Jahre einen Impfschutz bietet. Er wird zu den Zeitpunkten 0,2 und 6 Monate geimpft. Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen waren Beschwerden an der Injektionsstelle und Fieber. Er sollte Frauen bereits vor dem 15. Lebensjahr verabreicht werden, bevor sie sexuell aktiv sind.

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