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Fibromyalgie

Fachartikel zum Thema Fibromyalgie

Ursache

Unbekannt. Eine familiäre Häufung scheint vorzuliegen. Man findet häufig eine Rückbildung von Typ II – Fasern in der Muskulatur (wie sie auch typisch ist bei mangelnder Bewegung) und Hinweise für Störungen der Durchblutung und des Stoffwechsels in der Muskulatur. Gehäuft tritt auch ein homozygoter Desaminase – Mangel in Verbindung mit der Erkrankung auf. Im Hirnwasser ist die Substanz P zum Teil deutlich erhöht. Sereotonin im Blut und Hirnwasser sind erniedrigt. Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung scheinen gestört zu sein. Nach den Kriterien des American College of Rheumatology müssen 2 Kriterien vorliegen: - ausgedehnte Schmerzen (linke oder rechte Körperseite oder obere bzw. untere Körperseite) über mindestens 3 Monate
- Druckschmerzen an mindestens 11 der 18 Tenderpoints (Muskelansatz am Hinterkopf, Rippe direkt seitlich der Knochenknorpelverbindung im oberen Teil, Kapuzenmuskel oberhalb der Schulterblattgräte, Supraspinatusmuskel oberhalb der Schulterblattgräte, Wirbelsäule zwischen den Querfortsätzen C5-7, 2 cm entfernt von den seitlichen Muskelansatzstellen der Knochen, oberer äußerer Quadrant der Gesäßregion, großer Rollhügel unterhalb seines Vorsprungs, inneres Fettpolster oberhalb des Gelenkspaltes am Knie). Eine These geht heute davon aus, dass aus einem lokalen chronischen Muskelschmerz ein generalisierter Muskelschmerz entsteht. Das Fibromyalgiesyndrom tritt meist zwischen dem 30. Und 60. Lebensjahr auf. Es findet sich eine familiäre Häufung. Eine genetische Disposition ist anzunehmen. Psychosoziale Aspekte scheinen vorhanden zu sein. Das Fibromyalgiesyndrom kann mit und ohne Depression auftreten.

Wie Prof. Ernest Choy von der Universität Cardiff(Wales, GB) herausfand, wird das Fibromyalgiesyndrom durch einen Mangel an Schlaf ausgelöst. Mit funktioneller Bildgebung ließ sich nachweisen, dass es hierdurch zu einer Modulation der deszendierenden Schmerzbahnen kommt, hervorgerufen durch eine reduzierte neuronale Aktivität im Bereich des Gyrus cinguli im Gehirn oder einer Abnahme der Opioidrezeptorendichte.(Zkm, Zeitschift für Komplementärmedizin, 1-2013,8).

Feststellen der Erkrankung

Abgesehen von der Schmerzhaftigkeit der oben genannten Stellen lassen sich keine krankhaften Befund bei der normalen Körperuntersuchung, bei Röntgenuntersuchungen oder anderen technischen Untersuchungen nachweisen.

Beschwerden

Die Betroffenen klagen über ausgedehnte Muskelschmerzen und fühlen sich bei Alltagsanforderungen überlastet. Sie sind häufig auch chronisch müde. Die Patienten klagen über Verspannungen, Konzentrationsstörungen, unnatürlich lange Erholungsphasen nach körperlichen, seelischen und geistigen Anforderungen, Niedergeschlagenheit, erhöhte Ängstlichkeit und häufig Reizmagen und Reizdarmbeschwerden.

Behandlung

Herz – Kreislauf – Ausdauertraining wirkt sich günstig aus. Physikalische Therapien sind hilfreich und können den Betroffenen helfen, wieder selbst aktiv zu werden, insbesondere, wenn sie darüber aufgeklärt werden, dass sie keine bedrohliche Krankheit haben und die beste Behandlung die Aktivität ist. Massagen helfen nicht und sind nicht zu empfehlen. Psychotherapie ist empfehlenswert, insbesondere in der Gruppe, Stressbewältigungsmaßnahmen sind sinnvoll.
Gute Ergebnisse zeigen Achtsamkeitsübungen und Achtsamkeitsmeditation(Immanuel Krankenhaus Berlin – Abteilung Naturheilkunde). Durch eine höhere Bewusstheit für sich und einen liebevolleren Umgang mit sich und anderen können Überforderungen vermieden werden und ein stressreduziertes Verhalten sich aufbauen.
Entspannungsverfahren in Kombination mit aerobem Training sind empfehlenswert. Meditative Bewegungstherapien wie Tai Chi, Qigong und Yoga haben sich bewährt.


Eine kombinierte Fastentherapie hat sich als günstig und schmerzlindernd gezeigt. Dabei nimmt man ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser und Kräutertee zu sich, süßt den Tee mit Honig, nimmt Frucht- und Gemüsesäfte und Gemüsebrühen. Auf diese Weise werden dem Körper ca. 250 kcal pro Tag zugeführt. Durch die Einnahme von Bitter- oder Glaubersalz oder Einläufe werden Abführmaßnahmen in Gang gesetzt, die den Körper von Stoffwechselendprodukten der Leber säubern. Bewegung sorgt für die Abatmung überschüssiger Kohlensäure. Sauna unterstützt die Ausscheidung von Kochsalz, Harnsäuren und anderen Stoffen über die Haut. Die Nieren entgiften den Körper durch die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, insbesondere führen sie zu einer erhöhten Harnsäureausscheidung. Die vegetative Umstimmung durch Fasten gelingt durch Veränderung der Nebennierenreaktion. Anfangs werden verstärkt Stresshormone ausgeschüttet. Diese sinken jedoch im weiteren Verlauf ab. Dies führt zu einer Schmerzreduktion. Bei einem Mangel von Serotonin kann 5 – Hydroxytryptophan, bei einem Mangel an Q 10 dieses geben(vorher den Spiegel im Serum bestimmen, wobei auch bei normalen Spiegeln eine kurzfristige Einnahme von Q 10 in einer Dosierung von 60 mg pro Tag eine Linderung der Muskelschmerzen auftreten kann) und bei einem Vitamin – D – Mangel Vitamin D gegeben werden. (zkm 1-2013,18-21)

An Medikamenten wirken sich Antidepressiva wie z. B. Amitryptilin positiv aus. Diese sollten nur zeitlich befristet in einer Dosierung von 10 - 50 mg/d Amitryptilin oder bei komorbiden depressiven Störungen und generalisierter Angststörung Duloxetinin einer Dosierung von 60 mg/d gegeben werden. Nicht zu empfehlen sind Schmerzmittel wie NSAR oder starke Opioide. Eine heilende Behandlung ist bis heute nicht bekannt. Die Behandlung besteht derzeit lediglich in Maßnahmen, die eine Linderung der Beschwerden bewirken.

Erfahrungsberichte zum Thema Fibromyalgie

  • Neuester Erfahrungsbericht vom 23.07.2009:

    Hallo,
    jetzt gibt es ein ganz neues Buch einer Betroffenen -Brigitte Grooten - Fibromyalgie - Mein Leidensweg, meine Erfahrungen und Tipps mit Medikamenten , Ärzten , Therapien, Kuren , Gutachten bis zur Rente.

    Vielleicht kann es anderen Fibro-Patienten ja helfen.

    ISBN 978-3-940129-64-2 Semikolon-Verlag
  • Erfahrungsbericht vom 11.07.2009:

    hallo, wollte nur kurz schreiben, dass auch bei mir eine fibromyalgie diagnostiziert wurde und ich viele therapien ausprobiert habe, aber nichts geholfen hat. iwann wurde es so schlimm, dass ich depressionen bekam und in eine psychosomatische klinik musste. nach 3...
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  • Erfahrungsbericht vom 17.02.2009:

    Bei mir wude 2002 einen leichten Bandscheibenvorfall festgestellt.Ich war zu derzeit voll Berufsfähig . In dieser Zeit wurde dann auch die Fibro festgetellt. War dann in Bad Krotzingen 5 Wochen zur Kur.Anschließend Wiedereingliederung ,misslang.Krankenschein,nochmalige Wiedereingliederung,kein Erfolg.Bin im Verkauf tätig also...
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