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Schlafapnoesyndrom

Ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer nächtlichen Atemstörung im Schlaf. Nur ca. 5 % von ihnen werden erkannt und behandelt. Hinweise auf eine solche Störung bestehen, wenn Menschen nachts laut und unregelmäßig schnarchen, tagsüber schläfrig sind

Kurz und bündig

Beim Schlafapnoesyndrom handelt es sich um eine ernste Erkrankung mit schwer wiegenden Folgen, die gut behandelt werden kann.

Die Schlafapnoe ist eine Atemstörung, bei der es 10 – 600 mal pro Nacht zu Atempausen, die 10 Sekunden oder mehr betragen können, kommen kann. Aufgrund der Atempausen tritt eine mehr oder weniger starke Untersättigung des Blutes mit Sauerstoff ein. Dadurch kommt es zu einer Minderversorgung der Zellen mit Sauerstoff. Dies hat gravierende Folgen.

Ursache

Es kann eine Verengung oder Verlegung der Luftwege im oberen Nasen-Rachenraum vorliegen, eine zentrale Atemstörung, bei der der Atemimpuls vom Gehirn gestört ist oder eine Kombination beider. Während bei Erwachsenen am häufigsten (80 %) eine Einengung der oberen Luftwege vorliegt, die durch ein Nachlassen der Muskulatur mit Erschlaffung und Verlegung der Luftwege einhergeht, verstärkt durch Übergewicht, spätes nächtliches Essen, Alkohol, Schlafmittel, Schlafen auf dem Rücken mit überstrecktem Kopf, eine Nasenscheidewandverkrümmung, ein großes Rachenzäpfchen (Uvula), besteht bei Säuglingen und Kleinkindern häufig eine Vergrößerung der Rachen- oder Gaumenmandeln oder eine angeborene Anomalie im Bereich des Rachen- oder Nasenbereichs.

Beschwerden

Häufig bestehen lautes, unregelmäßiges Schnarchen, Tagesmüdigkeit, gehäuftes Einschlafen bei Tag, verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Alpträume, Depression, sexuelle Störungen, Übergewicht, Gereiztheit oder nächtliches Schwitzen. Durch die Atempausen kommt es auch zu einer Reduktion der erholsamen REM – Phasen des Schlafs mit entsprechenden Störungen.

Komplikationen

Es kann zu einem verminderten Sauerstoffgehalt im Blut und zu einem erhöhten Gehalt an Kohlendioxid ( Hyperkapnie ) kommen. Folgen können Herzrhythmusstörungen, koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Impotenz, Zuckerkrankheit, jedoch auch eine erhöhte Unfallgefahr aufgrund der eingeschränkten Hirnleistungsfähigkeit sein.

Feststellen der Erkrankung

Zunächst ist eine Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt notwendig, um Einengungen im Nasen-Rachen-Raum zu erkennen. Besteht der Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom, kann heute eine erste Diagnostik zu Hause erfolgen. Dafür bekommt der Patient ein handygroßes Gerät, das er um die Brust gurtet und einen Nasenschlauch, den er sich nachts anlegt. Hiermit können bereits der Atemfluss, die Sauerstoffsättigung, Brustkorbbewegungen, Schnarchen, Körperlage und Herzfrequenz erfasst werden. Bestätigt sich der Verdacht, sollte eine Untersuchung in einem Schlaflabor durchgeführt werden. Bei der Polysomnographie werden sämtliche wichtigen Daten, die etwas über die Schlafqualität aussagen wie Hirnaktivität, Hirnstrommessung, Augenbewegungen, Bauchbewegungen, Muskelanspannung und Atmung und Herz-Kreislauf-Funktion gemessen. Hierzu wird der Patient „verkabelt“, d.h. Elektroden werden im Bereich von Gehirn, Brustkorb und Beinen angebracht. Außerdem wird der Patient während des Schlafs über Video beobachtet. Aus den erhaltenen Werten kann die Diagnose gestellt werden. Selten sind weitere Untersuchungen wie neurologische Untersuchungen mit Schlaflabor oder die SNE ( Propofol induzierte Videoendoskopie ) notwendig, bei der man den Patienten in einen kurzen Tiefschlaf versetzt und mit einer ca. 3mm im Durchmesser großen Nasensonde die Luftwege vom Rachen bis zum Kehlkopf inspizieren kann.

Behandlung

Verengungen im Nasen-Rachen-Raum müssen häufig, insbesondere bei Kindern, operativ beseitigt werden. Besteht eine Erschlaffung der Rachenmuskulatur, besteht die Störung in einer Einengung des Schlundes oder ist die Atemstörung zentral, muss die Störung mit einer Atemmaske und Überdruckbeatmung behandelt werden. Besteht lediglich eine Enge im Bereich des Gaumens, kann operativ oder mit Laser eine Abtragung der Schleimhautfalten rechts und links neben dem Zäpfchen erfolgen. Die CPAP (continous positive airway pressure) ist eine Beatmung mit einem Überdruck von 5 – 15 mm Hg. Der Patient wird mit einem Nasenschlauch, in seltenen Fällen (ca. 10 % bei Menschen die mit offenem Mund schlafen) oder einer Atemmaske über dem Gesicht mit Überdruck beatmet, wodurch die Enge der Luftwege überwunden wird und die Atempausen beseitigt werden. Die Anpassung an das Gerät muss in einem Schlaflabor erfolgen, da es nicht einfach ist, eine passende Maske zu finden und da man prüfen muss, ob die Atempausen wirklich beseitigt sind und eine Sauerstoffsättigung erreicht wird.
Selten ist eine BiPAP – Beatmung (bi level positiv airway pressure) notwendig, wenn ein Überdruck von mehr als 15 mm Hg benötigt wird, den der Patient nicht erträgt. Bei der BiPAP – Beatmung kann der Patient ohne Widerstand ausatmen, da bei der Ausatmung der Widerstand gesenkt wird. In leichteren Fällen kann eventuell ein Vermeiden der Rückenlage beim Schlafen bereits helfen. Hierzu gibt es Spezialwesten und Spezialkissen. Manchmal kann in solchen Fällen auch ein Unterkieferprotrusionsgerät helfen, das der Zahnarzt anpassen kann.
Schwere Schlafapnoesyndrome müssen immer behandelt werden. Bei leichteren Formen muss der Facharzt entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist. Dies hängt zum einen von den Beschwerden des Betroffenen ab, zum anderen vom Grad der Sauerstoffsättigung. Behandelten Patienten geht es überwiegend durch die Behandlung viel besser. Sie können wieder aktiver am Leben teilnehmen, sind wacher und haben keine Beschwerden mehr. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass es ohne Behandlung auch zu einer Insulinresistenz kommt, die wiederum zu einem erhöhten Herzrisiko führt.
In seltenen Fällen kann das Medikament Theophyllin in einer Dosierung von 100 – 500 mg abends helfen.

Vorbeugung

Betroffene können ihr Risiko senken, wenn sie Übergewicht abbauen, auf Alkohol weitgehend verzichten, Sport treiben, keine Schlafmittel einnehmen und auf ein üppiges abendliches Essen verzichten.

Erfahrungsberichte (0) zum Thema „Schlafapnoesyndrom“

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  1. Schlafapnoesyndrom im Schlaflabor gewesen. Nasenmaske seit 2 Monaten, immer eiskalte Nase was kann ich tun ?

    Liebe(r) Leser(in),

    wenden Sie sich an den Gerätelieferanten. Es gibt die Möglichkeit, die Luft anzuwärmen. Liebe Grüße

    Ihr Biowellmed Team

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