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Oropharynxkarzinom

Fachartikel zum Thema Oropharynxkarzinom

Eine mit 90 kg bei 170 cm Größe stattlich gebaute 80 jährige Patientin, die bis dahin abgesehen von einer Hüftarthrose gesund war, kommt gehäuft mit Erkältungen zu mir. Sie beklagt auch morgendlichen Auswurf. Die Untersuchung ist bis auf eine leichte Herzschwäche und einen etwas erhöhten Blutdruck unauffällig so dass die Patientin von mir ein Herz entlastendes und Blutdruck senkendes Medikament erhält. Bei den Kontrolluntersuchungen sind die zuvor leichten Beinschwellungen verschwunden und der Blutdruck ist gut eingestellt. Sie klagt weiterhin über eine unangenehme Verschleimung und morgendlichen Auswurf. Daraufhin schicke ich Sie zum Röntgen der Lunge. Diese Untersuchung ist ebenfalls unauffällig. Die Beschwerden bestehen hartnäckig weiter und die Klagen werden drängender. Als die Patientin wieder einmal von mir untersucht wird, sehe ich in der Tonsillenloge ( im Bereich der Gaumenmandel ) einen schmierigen Belag und viel Schleim. Ich schicke daher die Patientin umgehend zum HNO-Arzt. Dieser geht mit seinem Instrumentarium der Sache auf den Grund und erkennt hinter der Gaumenmandel einen Tumor, den er biopsiert. Das Ergebnis heißt Oropharynxkarzinom. Daraufhin überweist er die Patientin sofort in die Universitätsklinik, wo in einer Operation der Tumor entfernt wird und anschließend eine Nachbestrahlung erfolgt. Der Tumor hat bereits Lymphknoten befallen, jedoch noch keine Fernmetastasen erzeugt. Als die Patientin aus dem Krankenhaus zurückkommt, ist sie ein Häuflein Elend. Sie ist völlig geschwächt, hat stark an Gewicht abgenommen, kann überhaupt nicht essen, ist völlig deprimiert, weil ihr jeder Schluck Schmerzen bereitet und sagt mir ganz klar, dass sie so etwas nie wieder mit sich machen lassen würde. Wir tun unser Bestes, sie wieder zu kräftigen und ihr zu helfen. Sie bekommt 2 Wochen lang in unserer Praxis Infusionen, ich verordne ihr ein Medikament gegen Depressionen und überzeuge sie vom Nutzen zum momentanen Zeitpunkt. Wir besprechen auch immer wieder die Ernährung und versuchen gemeinsam Speisen herauszufiltern, die sie vertragen kann. M meisten macht ihr die ständige Verschleimung zu schaffen. Morgens sei ihr Mund so verklebt, dass sie ihn mühsam in einer halbstündigen Prozedur vom Schleim befreien müsse. Eine Art Frühstück könne sie nur mit Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten sei noch Kaffee. Jede Mahlzeit sie für sie jetzt eine Prozedur. Wo sie früher 5 Minuten gebraucht habe, benötige sie jetzt eine Stunde. Sie müsse eben selbst herausfinden, wie es am besten gehe. Bei der Untersuchung sehe ich einen stark geröteten Schlund mit viel zäher Schleimansammlung. Noch 8 Monate nach der Operation klagt die Patientin über stechende Schmerzen im Bereich des Halses bis zu Zunge und über Schwierigkeiten beim Essen. Sie erzählt mir jedoch auch, dass sie sich mit den Schwierigkeiten abgefunden habe und täglich sehr schöne Spaziergänge unternehme. Das Essen, das ihr früher sehr viel bedeutet habe, sei ihr nur noch wichtig zum Überleben, sonst interessiere sie es nicht mehr. 15 Monate nach der Operation hat sich der Rachenbefund stabilisiert. Die Patientin wiegt jetzt konstant 60 kg und kann dieses Gewicht auch halten. Ihre Herzschwäche ist verschwunden. Sie braucht keine Medikamente mehr für hohen Blutdruck, weil sie keinen hohen Blutdruck mehr hat. Die operierte Hüfte schmerzt nicht mehr, weil das niedrige Gewicht für die Hüfte ein Segen ist. Sie ist viel agiler und beweglicher geworden. Räuspern muss sie sich sehr häufig und leidet auch noch unter der starken Mundtrockenheit, gegen die weder ein medizinisches Mundspray noch Trinken hilft. Bonbons kann sie nicht lutschen, weil dann der Hals wie Feuer brennt. Sie könne essen, brauche aber immer Flüssigkeit, um das Essen hinunter zu spülen. Obst und Kompott gehen nicht.. Es schmecke alles wie vom Dreckhaufen, lediglich den Geruchssinn habe sie noch. Auer und süß könne sie nicht unterscheiden. Sie leide unter dem ständigen Gefühl, sie habe Mundgeruch, was ich jedoch nicht bestätigen kann. Alles, was in den Mund komme, sei scharf. Unternehmen wolle sie nichts mehr in ihrem Alter, auch zur Kontrolluntersuchung an die Universitätsklinik wolle sie nicht mehr. Sie komme jetzt mit ihrem Leben so zurecht wie es ist, das könne sie so einfach annehmen.

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