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idiopathische Oberschenkelvenenthrombose

Eine 50 jährige Patientin kommt mit einer akuten Schwellung des rechten Beines in die Praxis. Schmerzen bestehen keine. Der übrige Untersuchungsbefund ist unauffällig. Risikofaktoren für eine Thrombose sind nicht bekannt. Die Patientin nimmt weder Hormone, noch ist sie übergewichtig, hat Krampfadern, familiäre Risiken, noch ist sie körperlich träge. Sie hatte auch keine Operation oder längere Bettlägrigkeit.
Mit dem Verdacht auf Thrombose weisen wir die Patientin stationär ein. Sie darf nicht zu Fuß unsere Praxis verlassen, wird umgehend vom Krankenwagen abgeholt, muss ihr Auto bei uns stehen lassen und ist etwas beunruhigt wegen dieser Maßnahmen. Bei der Untersuchung im Krankenhaus bestätigt sich der Verdacht auf eine tiefe Oberschenkelthrombose. Die Patientin wird mit einem langen Kompressionsstrumpf ausgestattet und erhält Xarelto, ein neues orales Antikoagulans, das sie zunächst täglich einnehmen muss. Innerhalb weniger Tage geht die Schwellung vollständig zurück und die Patientin fühlt sich wohl. Da wir keine Erklärung für das Auftreten der Thrombose haben, bestimmen wir zunächst einige Risikofaktoren im Blut. Dies liefert jedoch kein Ergebnis. Deshalb stellen wir die Patientin in einer speziellen hämatologischen Praxis vor, die sich auf die Diagnostik von Gerinnungsstörungen spezialisiert hat. Dort findet man einen erhöhten Antiphospholipid Antikörper (ß2- Glykoprotein/Antikörper und Cardiolipin Antikörper IgM erhöht). Leicht erhöhte Spiegel von Antiphospholipid Antikörper kommen in 2 – 5 % der Bevölkerung vor ohne erkennbare krankhafte Ursache. Jedoch auch im Rahmen von Infektionen findet man erhöhte Antikörper. Bleiben sie bestehen, muss man an ein primäres Antiphospholipid Syndrom denken, das mit einem erhöhten Risiko für venöse und/oder arterielle thromboembolische Ereignisse einhergeht. Deshalb prüfen wir in 3 Monaten nochmals den Titer im Blut, wenn die Patientin ganz sicher frei von Infekten ist. Zusätzlich fand sich bei der Patientin ein erhöhter Lipoprotein(a) Spiegel, das einen unabhängigen Risikofaktor für Herz – -Gefäß – Erkrankungen und auch für Thromboembolien darstellt. Da Lipoprotein(a) bisher nicht gesenkt werden kann, werden wir zunächst Cholesterin kontrollieren und bei erhöhtem LDL – Wert, wenn er diätetisch nicht zu beeinflussen ist, ein Statin als Therapie einsetzen, da hierdurch aufgrund neuer Studien das Thromboserisiko gesenkt wird. Da aufgrund der Vorgeschichte und der vorliegenden Parameter das Risiko für eine erneute Thrombose erhöht ist(durch Lipoprotein(a) auf über 4 % pro Jahr, bei Antiphospholipid – Syndrom auf über 10 % pro Jahr), das Risiko für eine schwere Blutung durch Antikoagulation bei nur 1 – 2 % pro Jahr liegt, muss eine dauerhafte Antikoagulation erwogen werden. Zunächst beschließen wir die Weiterführung der Antikoagulation für 1 Jahr, um dann nochmals alle Parameter zu bestimmen und nach eingehender nochmaliger Untersuchung und Beratung der Patientin dann eine erneute Entscheidung zu treffen.

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