Startseite / Krankheiten und Behandlung / Blutkrankheiten / Aplastische Anämie

Aplastische Anämie

Fachartikel zum Thema Aplastische Anämie

Kurz und bündig:

Die aplastische Anämie ist eine seltene lebensbedrohliche Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks, die heutzutage relativ gut behandelt werden kann.

Die Ursache:

Es liegt eine Erkrankung der Stammzellen des Knochenmarks vor mit verminderter Produktion und zunehmender Ausdünnung des Knochenmarks. Ursachen dieser hämatopoetischen Stammzellerkrankung sind:

  • idiopathisch(d.h. die Ursache ist nicht bekannt): 70-80 %. Man vermutet derzeit eine Autoimmunreaktion
  • medikamenteninduziert: 10 - 20 % (Lösungsmittel, Pestizide, Schmierstoffe, Drogen wie Ecstasy, Angel Dust, Medikamente.
  • post Hepatitis als Folge einer Hepatitis: unter 5 %
  • Telomeropathie: ca. 5 - 10 % ( die Telomere verkürzen sich schneller)
  • erblich(es treten auch late onset Verläufe auf mit Auftreten im späteren Leben


Feststellen der Erkrankung:

Die Erkrankung wird durch Blutuntersuchungen und eine Knochenmarkspunktion diagnostiziert.

Man unterscheidet:

  • sehr schwere aplastische Anämie: Knochenmarkszellen< 25 %, Thrombozyten < 20/nl, Granulozyten < 0,2/nl
  • schwere aplastische Anämie: Knochenmarkszellen unter 25 %, Thrombozyten < 20/nl, Retikulozyten y 20/nl

Die Erkrankung ist selten. Es kommt zu 2-3 Neuerkrankungen pro 1 Mio Einwohnern pro Jahr.

Beschwerden:

Aufgrund der Verminderung der roten Blutkörperchen kommt es zu Blutarmut mit Schwäche, Erschöpfung, Atemnot, Herzklopfen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Aufgrund der Verminderung der Blutplättchen kommt es zum Auftreten von blauen Flecken, Nasenbluten, Petechien(punktförmige Hautblutungen). Aufgrund der Verminderung der Granulozyten kommt es zu erhöhter Infektanfälligkeit.
Die Erkrankung tritt vorwiegend in 2 Altersgipfeln auf: 10.-25. Lebensjahr und über dem 60. Lebensjahr.

Behandlung:

Bei vorhandenem HLA identischem Verwandtenspender und einem Alter unter 40 Jahren wird heute die allogene Knochenmarkstransplantation durchgeführt mit Überlebensraten von 80 %. Bei Patienten über 50 Jahren, nicht vorhandenem Spender oder anderen Kontraindikationen erfolgt eine immunsuppressive Behandlung mit Ciclosporin oder bei ausreichender Fitness ATG+Ciclosporin. Mit ATG(antithrombotischem Globulin) Eltrombopag® in der Erstlinientherapie beträgt die Überlebensrate 70 - 75 % über 10 Jahre oder länger. Ca. 1/4 der Patienten spricht nicht auf die Immunsuppression an. Die Rezidivrate bei den Patienten, die auf die Therapie ansprechen, beträgt ca. 40 % innerhalb von 10 - 15 Jahren. Diese können erneut immunsuppressiv behandelt werden, können dann ansprechen, müssen es jedoch nicht. Auch dann steht die Therapie mit ATG zur Verfügung, die eine Ansprechrate von ca. 40 % aufweist und auch die anderen Zell - Linien erhöht. Hierbei sind Dosierungen von 100 mg pro Tag oder höher notwendig und es dauert ca. 8 - 14 Wochen bis zum Ansprechen der Therapie. Bis zu 2 Jahren sind weitere Zellsteigerungsraten möglich. Die bisherigen Studien legen nahe, dass auch nach Absetzen der Therapie nach 28 Wochen das Knochenmark stabil bleibt.

Helfen:

Die Stiftung. www. Lichtzellen.de unterstützt die Forschung dieser seltenen Erkrankung.

Erfahrungsberichte zum Thema Aplastische Anämie

  • Neuester Erfahrungsbericht vom 23.02.2019:

    Guten Tag,
    Auf dieser Seite wird u.a. eine Dame mit Liebe A. angesprochen und um Nachricht gebeten, wie ihre Mutter in der Klinik Chemnitz behandelt wurde.
    Leider ist kein Link ÃŒber deren Antwort zu finden.
    Da mein Mann ebenfalls von dieser Krankheit betroffen ist, wÀren wir fÌr weitere Informationen sehr dankbar.
    Freundliche GrÌße
    D.H.

    Liebe D.+H.,

    wir anonymisieren alle Daten, haben deshalb keinen Zugriff auf die angegebene Person. Wir würden uns jedoch freuen, wenn sich diese bei uns meldet. Liebe Grüße

    Ihr Biowellmed Team
  • Erfahrungsbericht vom 16.11.2018:

    Ich möchte Betroffenen Mut machen: Meine Mutti (76!) wurde im Klinikum Chemnitz erfolgreich behandelt. Diagnose: Schwere AA Liebe A., das ist sehr nett. Vielleicht können Sie uns noch sagen, wie IHre Mutter...
    Lesen Sie den ganzen Bericht zum Thema Aplastische Anämie.
  • Erfahrungsbericht vom 02.07.2018:

    Gibt es in Deutschland speziell Kliniken für Aplastische anemie? Liebe Frau/Herr H.N., jede hämatologische Abteilung ist dafür zuständig. Diese gibt es an sehr vielen Kliniken, auf jeden Fall an Universitätskliniken. Liebe Grüße ...
    Lesen Sie den ganzen Bericht zum Thema Aplastische Anämie.
Wir machen Urlaub! Bitte haben Sie Verständnis dafür dass Ihnen unsere Formulare in der Zeit nicht zur Verfügung stehen.

Ihr Bericht zum Thema Aplastische Anämie

Ihre Angaben sind freiwillig. Wenn Sie nicht Ihren Namen angeben möchten, geben Sie bitte 'anonym' in das Feld 'Name' ein. Die anderen Felder können Sie je nach Belieben ausfüllen oder leer lassen.

Name:

Email (optional):

Ort (optional):

Ihr Bericht:

Anmerkungen

Bitte haben Sie Verständnis dass wir nicht jede Frage beantworten können, da eine persönliche Beratung zu Krankheiten nicht erlaubt und auch nicht sinnvoll ist. Jede individuelle Beratung setzt eine eingehende Betrachtung der Krankheitsgeschichte und eine gründliche Untersuchung voraus. Wir veröffentlichen Ihren Bericht, da es anderen Betroffenen helfen kann, mehr Informationen zu ihrer Krankheit zu erhalten und sich dadurch mehr Möglichkeiten ergeben, Fragen an Ihren behandelnden Arzt zu stellen, um die Vorgehensweise oder Behandlung besser zu verstehen. Aus diesem Grund sind auch die Erfahrungen anderer Menschen, die an dieser Krankheit leiden, wertvoll und können dem Einzelnen nützen. Wir freuen uns daher über jeden Bericht. Die in unserem Gesundheitsportal zugänglichen unkommentierten Erfahrungsberichte von Betroffenen stellen jedoch ungeprüfte Beiträge dar, die nicht den wissenschaftlichen Kriterien unterliegen. Wir übernehmen daher keinerlei Haftung für die Inhalte der Erfahrungsberichte, auch nicht für den Inhalt verlinkter Websites oder von Experten zur Verfügung gestellter Beiträge. Wir haften auch nicht für Folgen, die sich aus der Anwendung dieser wissenschaftlich nicht geprüften Methoden ergeben. Benutzern mit gesundheitlichen Problemen empfehlen wir, die Diagnose immer durch einen Arzt stellen zu lassen und jede Behandlung oder Änderung der Behandlung mit ihm abzusprechen. Wir behalten uns auch das Recht vor, Beiträge zu entfernen, die nicht vertretbar erscheinen oder die mit unseren ethischen Grundsätzen nicht übereinstimmen. Alle Angaben oder Hinweise, die wir hier machen, sind hypothetisch, da sie nicht auf einer Untersuchung beruhen, sind nicht vollständig und können daher sogar falsch sein. Auch dienen unsere Erörterungen nur als Grundlage für das Gespräch mit Ihrem Arzt und sind niemals als Behandlungsvorschläge oder Verhaltensregeln zu verstehen. Ihr Bericht ist für die Veröffentlichung im Internet und über anderen digitalen Kanälen von Ihnen freigegeben.
Ich habe die Anmerkungen gelesen und akzeptiert.
Ziffern_kombination
Bitte geben sie die Prüfziffer ein: