Nachdem ich neu in meiner Praxis begonnen habe, stellt sich eine Patientin
bei mir vor, die bei sich selbst eine harmlose Scheidenentzündung vermutet.
Bei der Untersuchung der 70 jährigen Patientin finden sich aber stark
angeschwollene Leistenlymphknoten und im Ultraschall zeigt sich ein
riesiger Tumor.
Leider bestätigt sich die Verdachtsdiagnose eines weit fortgeschrittenen
Ovarialcarcinoms.
Der behandelnde Klinikkollege schreibt mir, daß sich die Patientin nach der
Operation im Süden erholen würde. Von Herzen gönne ich ihr die
(wahrscheinlich letzten) Urlaubstage.
Damit habe ich mich aber erfreulicherweise sehr geirrt. Denn seit 5 Jahren
erhalte ich nun jedes Jahr einmal einen Brief aus der Klinik und der
Patientin geht es auch weiterhin gut.
In die Praxis hat sie nicht nicht mehr getraut ... das kann ich auch gut
verstehen....
Aber immer wenn ich eine neue Patientin mit Eierstockskrebs habe,
stelle ich mir diese Patientin bei einem Strandspaziergang am Meer vor
und versuche ein bisschen von dieser Energie der neuerkrankten
Krebspatientin mit auf den Weg zu geben.
Liebe(r) Kollege(in),
für Ihren interessanten Bericht danken wir Ihnen sehr herzlich. Wir bewundern Ihre Offenheit und denken, dass Sie so mancher kranken Patientin damit Mut machen.
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