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Angsterkrankung
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| 14.11.2006: |
Patientenbericht zum Thema Angsterkrankung
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hallo,
seit der Pubertät leide ich an Platzangst, die auch mit zunehmendem Alter stärker geworden ist, sich aber nur auf abgeschlossene Räume beschränkt. Da ich damit leben konnte, habe ich auf eine Behandlung verzichtet. Ich versuche auch, sie zu bekämpfen und fahre hin und wieder mal Aufzug, was mich natürlich sehr viel Überwindung kostet. Manchmal geht es gut und es ermutigt mich, aber ich bekomme auch häüfig die Angstattacke und meide danach abgeschlossene Räume.
Ich habe außer der Platzangst noch eine soziale Phobie. Diese zeigt sich dadurch, dass ich äußerst ungern im Mittelpunkt stehe, da ich in solchen Situationen, in denen ich an einen Ort gebunden bin(wenn ich etwas vor vielen Menschen vortragen muss) und nicht davonlaufen kann, Herzrasen bekomme und zu zittern anfange.
Ich habe große Probleme neue Menschen kennenzulernen, ihnen gegenüber bin ich sehr verschlossen. Ich mache mir zu viele Gedanken darüber, was diese Menschen von mir denken könnten und möchte "nichts falsches sagen".
Manchmal kommt es vor, dass mir Menschen einfach symphatisch sind und mit ihnen kann ich mich dann auch ohne diese Ängste unterhalten. Aber je kritischer und selbstsicherer ein Mensch auf mich wirkt umso eingeschüchterter bin ich.
Wenn ich in einer Gruppe von Personen bin die ich nicht kenne, sage ich meistens kein Wort oder nur das nötigste, ich traue mir sonst nichts zu und lasse lieber die anderen reden.
Bei meinem Freund habe ich lange gebraucht(halbes Jahr), bis ich ihm etwas sagen konnte ohne vorher zu überlgen, ob es richtig oder falsch ist.
Dinge aus dem Bauch heraus machen kann ich nur daheim. Da sage ich dann direkt das, was ich denke oder habe meine fünf Minuten in denen ich nur Blödsinn mache.
Ich würde so gerne immer ich selbst sein!
Dazu müsste ich wahrscheinlich in eine Therapie, aber vielleicht hätten sie mi
r ein paar Ratschläge meine soziale Angst zu verringern.
Ich habe mir viele Gedanken über meine Angst gemacht.
Während meiner gesamten Schulzeit hatte ich eine"beste Freundin", die mir das Gefühl gegeben hat, unfähig und blöd zu sein(ich glaube heute noch,dass ich es zum Teil auch bin). Sie stellte mich auch vor meinen Mitschülern so dar und ich wurde immer kontaktscheuer.
Da sie meine einzige Freundin war, (ich bewunderte ihre Stärke und ihr selbstbewußtsein und wenn ich mit ihr alleine war konnte sie auch ganz nett sein)ignorierte ich ihre gehässigen Kommentare über mich.
So gieng das bis zur elften Klasse und ich wurde nicht nur von ihr "verarscht"(die anderen merkten auch, dass ich schwach war) sondern auch mit Vorliebe von den Jungs.
Ich musste ein Jahr wiederholen und die neue Klasse war schrecklich. Am Anfang suchte ich Kontakt zu den Mitschüler und war ganz optimistisch. Doch nach einiger Zeit wurde ich zum Außenseiter.
Ich wurde auch in meiner neuen Klasse verarscht und das schlimmste war, das ich gar keine Freunde fand.
Ich kam mir richtig dumm vor und redete nun mit niemandem mehr.
Die Pausen verbrachte ich alleine und ich saß auch als einzige in der vordersten Reihe.
Ich war froh, als ich mein Abi hatte und bin auch nicht zum Abiball(ich wollte auch nicht, dass meine Eltern etwas davon mitbekommen, ich habe es meiner Mutter erst nach dem Abi einigermaßen anvertraut) oder zu sonstigen Abifeten. nach der elften Klasse ist zwar die gesamte Stufe neu in Kurse eingeteilt worden, aber auch da habe ich keine richtigen Freunde gefunden(ich habe mich auch gleich von Anfang an zurückgezogen).
Ich fange bald meine Ausbildung als Krankenschwester an und habe Angst, dass es mir auch dort so ergeht.
Liebe Besucherin unseres Gesundheitsportals,
Sie haben einen ersten positiven Schritt in Richtung Gesundung bereits getan, indem Sie darüber sprechen. Das ist auch sehr wichtig, zumal Sie in einem sozialen Beruf arbeiten und anderen Menschen helfen wollen. Wir raten Ihnen tatsächlich zu einer Therapie, denn die Nöte, die Sie ausgestanden haben, müssen aufgearbeitet werden. Sie werden dann viel mehr Freude am Leben haben und viel mehr Energie für andere Dinge. Wir sind ganz sicher, dass Sie Ihre Angst verlieren können. Als ersten Schritt empfehlen wir Ihnen deshalb, zu Ihrem Arzt zu gehen und mit ihm zu sprechen, damit sie gemeinsam einen Therapeuten suchen. Sie können jedoch jetzt schon einmal damit beginnen, sich Ihres Wertes bewusst zu werden, indem Sie einfach mit Ihren Negativbewertungen aufhören und sich einmal all Ihre Fähigkeiten überlegen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich hinsetzen und alles, was es Gutes über Sie zu sagen gibt, aufschreiben. Lassen Sie nichts, auch nicht das Kleinste aus(Äusseres, Inneres, Geglücktes u.s.w.). Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, fragen Sie Ihren Freund, Ihre Eltern, Geschwister etc. Diese Liste würden wir gerne in unserem Portal sehen. Dann schauen wir einmal, was wir damit anfangen können. Geben Sie nicht vor 1 Woche auf und bemühen Sie sich so ernsthaft darum, als müssten Sie eine Stelle finden und sich anpreisen, um nicht zu verhungern. Viel Spass mit Ihrer Aufgabe.
Ihr Biowellmed Team
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