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Analfissur

05.04.2009:

Erfahrungsbericht zum Thema Analfissur

Link zum Fachartikel Analfissur

Meine Leidensgeschichte ist schon recht lang, wenn ich sie mit einigen Foren-Beiträgen, die man häufig liest, vergleiche. Bin nun 26 Jahre alt und habe seit meinem 12 Lebensjahr Probleme mit einer Analfissur. Ich kann mich sogar noch an die auslösende Verstopfung erinnern, die sehr schmerzhaft gewesen ist und bei diesem Stuhlgang kam der Riss zustande (meine Ernährung war auch wirklich schlecht - habe viel Süßes und Chips gegessen, aber max. 1/2 Liter täglich getrunken und dabei kaum Sport gemacht). Da ich immer sehr schlank und im Teenageralter sogar untergewichtig war, habe ich mir keine großen Gedanken über meine Ernährung gemacht. Na ja, die wenigsten Kinder machen sich da wohl große Gedanken. Nach ein paar Monaten war es nicht besser und ich bin damals mit meiner Mutter zur Hausärztin gegangen, die mir irgendeine Hämorrhoiden-Salbe verschrieben hat - warum auch immer, denn ich habe ja von einem blutenden und schmerzhaften Riss in der Haut erzählt. Diese Salbe hat auch nicht geholfen. Es hatte sich auch schon eine Mariske gebildet, die mich ein bisschen gestört hat, weil sie sich beim Abwischen unangenehm anfühlte und mit der Zeit auch immer größer wurde. Ich habe mich irgendwie mit dieser Fissur arrangiert, zumal die Schmerzen nicht so arg waren. Dafür blutete es mehr und mehr. Manchmal tropfte es sehr stark nach. Irgendwann kam dann auch noch eine zweite größere Fissur genau gegenüber (also zum Damm hin gelegen). Dort bildete sich ebenfalls eine Hautfalte und es blutete stark. Mit 17 oder 18 war ich dann bei einem anderen Hausarzt. Der verschrieb mir eine Salbe gegen Analfissuren und einen Analdehner und machte mich natürlich auch darauf aufmerksam, dass ich auf eine ausgewogene Ernährung achten müsse.

Dazu muss ich sagen, dass ich die ganze Schulzeit über eigentlich täglich Schokolade aß - anders konnte ich mich im Unterricht überhaupt nicht konzentrieren. Die Leute um mich herum haben sich auch immer gewundert, dass man mich immer nur mit nem Schokoladen-Riegel in der Hand sah, und dass ich dabei so dünn war. Ich hatte aber auch ständig Hunger und neben dem Süßkram vertilgte ich belegte Brötchen vom Kiosk, Schoko-Croissants, Chips etc. Eine Schilddrüsenüberfunktion wurde aber z.B. ausgeschlossen. Es war wohl einfach ein Pubertätsbedingter erhöhter Kalorienverbrauch ;-) Getrunken habe ich immer noch sehr wenig.

Zurück zum eigentlichen Thema: An diesem Dehner war jedesmal Blut wenn ich ihn benutzte. Nach einer Weile ging ich wieder zum Arzt und er verschrieb mir noch mal eine andere Salbe. Auch diese half nicht. Er meinte auch, dass ich den Dehner nicht mehr nehmen sollte, wenn er mir nicht hilft.

Nach dem ich die Schule beendet hatte und eine Weile etwas resigniert hatte, was mein Fissur-Problem betraf, fing es an schlimmer zu werden. Obwohl ich mich mittlerweile viel besser ernährte und sogar recht viel Sport machte!
Ich habe mit 19 dann mit dem Studium begonnen und der Stress im ersten Semester hat wohl auch noch zur Verschlechterung beigetragen. Es blutete sehr stark - auch wenn ich gerade gar keinen Stuhlgang hatte. Ich ging also 2003 zu meinem Hausarzt und bat direkt um eine Überweisung zum Chirurgen. Er wusste ja, dass die konservativen Methoden bei mir nicht angeschlagen haben und ich mich gut ernährte (hab viel Mineralwasser und Saftschorle getrunken und das Getrunkene am Tag protokolliert um ja nicht zu wenig zu trinken, darauf geachtete, dass wenn ich mal Fast-Food oder Süßes aß, es mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Bewegung ausglich).

Die OP war auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Ich bekam schnell einen Termin, das Ganze lief ambulant mit einer kurzen Vollnarkose, die ich super gut vertragen hatte. Konnte ca. 45 Minuten nach dem Eingriff nach Hause gehen. Flohsamen, Milchzucker und Panthenol-Salbe wurde mir noch verschrieben. Der Chirurg war vom Heilungsprozess begeistert - jedenfalls drückte er sich so aus. Schmerzen hatte ich so gut wie keine. Was mich auch echt wunderte. Klar, die Wundpflege war aufwändig, aber ein Kinderspiel gegen die Blutungen und den Juckreiz den ich zuvor hatte.
Beim letzten Kontrolltermin attestierte der Chirurg mir einen 'Babypopo' - alles sei 'wie neu'. Gut, so richtig 100%ig war es in meinen Augen noch nicht, aber er sagte ja auch, dass ich noch eine Weile Panthenol-Salbe benutzen sollte und weiter mit Wasser reinigen.

Gut gut, nach ca. 1,5 Jahren war es wieder schlimmer geworden. Es blutete sehr stark. Ich ging wieder zu dem Chirurg, der guckte mir in den Po und war ganz hingerissen von einem großen, breitbasigen Polypen (wie er es nannte). Ca. 3,2 cm im Durchmesser. Dieser Tumor sei der Grund für die Blutungen und müsse raus. Also wurde ich nochmals operiert. Unangenehm bzw. lästig fand ich wieder nur die Voruntersuchungen (EKG und so). Auch diese OP verlief gut und war für mich kein Problem. Schmerzen hatte ich auch keine.

Es verheilte diesmal auch noch besser. Und eine Weile lang war ich nahezu beschwerdefrei!!!

Doch nach ca. 1 Jahr kam es mir wieder so vor, als finge alles wieder von vorne an. Es waren weniger Schmerzen sondern viel mehr ein Juckreiz, so wie vor der ersten OP auch. Habe ja auch gelesen, dass chronische Fissuren eher jucken als schmerzen. Beim Stuhlgang z.T. schier nicht auszuhalten. Und Blut war auch wieder am Toilettenpapier. Ich habe dann immer Panthenolsalbe aufgetragen und noch mal mehr Wasser getrunken und viel frisches Gemüse und Obst konsumiert. So wurde es dann auch immer etwas besser. Aber 100 %ig ausgeheilt ist es eigentlich nie mehr.

Momentan beobachte ich, dass die Haut am After immer wieder einreißt, obwohl ich seit den OPs jeden morgen regelmäßig Stuhlgang habe und nie verstopft bin oder Durchfall habe.
Doch einmal im Sommer 2007 war ich zelten und konnte 3 Tage nicht auf Toilette (ich brauche meine gewohnte Umgebung bzw. wenigstens ein gescheites Badezimmer wo ich den Po auch abduschen kann ;-) ). Da wurde es auch noch mal schlimmer, weil der Stuhl, der dann nach 3 Tagen kam, sehr hart war. Ich merkte richtig wie es wieder einriss.

Habe dann natürlich wieder verstärkt gesalbt. Panthenol-Salbe habe ich eh immer im Haus.

Nun war ich letztes Jahr, also im Sommer 2008 noch mal bei meinem Hausarzt, weil es mich einfach so sehr nervt dauernd einen entzündeten und nässenden After zu haben und immer noch hoffe das Jucken und Brennen irgendwie loszuwerden.

Er überlegte und meinte, dass man nun noch mal einen anderen Weg einschlagen sollte und er mich nicht zu dem Chirurgen von damals schicken möchte. Er gab mir eine Überweisung zu einer Gastroenterologischen Station einer Klinik, die auch auf Analleiden spezialisiert sind.

Den Besuch dort hätte ich mir sparen können!!! Es war ein Witz! Ich musste einen Einlauf machen (das war bei dem Chirurgen noch nicht mal bei der OP nötig gewesen - schließlich befinden sich die Wunden so weit außen, dass ich sie auch selbst sehen kann!).
Nach ewigem Warten hatte er gerade mal 3 Minuten Zeit für mich. Ich musste auf einer Art gynäkologischem Stuhl Platz nehmen, er fragte mich kurz was Sache ist und war geschockt, dass ich mich hatte operieren lassen. Dann machte er kurz eine Rektoskopie und stellte fest, dass alles bestens sei. Gut, eine leichte Läsion von einer abgeheilten Fissur sei zu erkennen und mein Schließmuskel sei sehr fest. Ich könne eine Nitroglycerin-Salbe nehmen. Aber eigentlich wäre ich total gesund! Auf gar keinen Fall solle ich mich jemals wieder operieren lassen, sagte er noch. Was war das???

Ich habe mir die Salbe geholt, aber fühlte mich von dem Arzt so verarscht, dass ich sie nicht lange angewandt habe - zumal sie unangenehm in den Wunden brannte und ich auch keine Kopfschmerzen haben wollte. Nach ein paar Wochen war die Packung abgelaufen und ich habe mich dann doch geärgert, dass ich die Behandlung nicht konsequent durchgezogen habe. Vielleicht hätte es ja doch was gebracht.

Nun überlege ich schon wieder zum Arzt zu gehen, traue mich aber nicht so ganz, weil er mir schon zu Verstehen gegeben hat, dass ich mich mehr oder weniger damit abfinden müsse. Ich hätte da halt eine Schwachstelle ... Und der Arztbrief von dem Gastroenterologen sagt auch nur, dass ich nichts habe. Den gebe ich bestimmt nicht meinem Hausarzt.

Fakt ist, dass ich zur Zeit Beschwerden habe - die Haut am After ist gereizt und reißt bei fast jedem Stuhlgang an verschiedenen Stellen ein. Es brennt und sticht dann höllisch und die alte Fissur (zum Steiß hin gelegen) sieht nicht gut aus, wenn man die Haut mit den Fingern etwas spreizt sieht man Blut, Wundflüssigkeit und manchmal Eiter.

Ich weiß mir echt nicht mehr zu helfen. Klar, es gibt sicherlich schlimmere Fälle, aber ich fühle mich nicht wohl so. Vielleicht habe ich in letzter Zeit einfach zu wenig Obst gegessen? Könnte sein. Aber Süßigkeiten esse ich seit ca. 2-3 Jahren super selten, hab da gar keinen Appetit mehr drauf. Und ansonsten viel ungesüßten Kräutertee, Wasser, Vollkornbrot ... und nur ganz selten Fleisch und Fast Food. Sport mache ich auch. Und schlank bin ich nach wie vor.

Liebe Besucherin unseres Gesundheitsportals,

aus Ihren Zeilen geht hervor, dass Sie doch immer wieder Einrisse hatten, was auf eine ungenügende Stuhlregulierung zurückzuführen ist. Dort sollten Sie primär ansetzen. Eine gesunde Ernährung und genügend Trinkmenge sind sicher Voraussetzung, reicht jedoch auch nicht immer aus. Haben Sie schon Flohsamen regelmäßig versucht? Außerdem hat Ihnen der Arzt sicher die richtige Salbe gegeben, die man jedoch im Falle einer chronischen Fissur über ca. 1/4 Jahr anwenden sollte. Beides würden wir nochmals empfehlen. Ihr Hausarzt verordnet Ihnen die Salbe sicher nochmals. Außerdem ist doch nach Auftreten eines Polyps(wie war eigentlich die histologische Diagnose?) eine Darmspiegelung zu diskutieren, da Polypen oft wiederkommen und auch an höherer Stelle im Darm auftreten können. Gute Besserung wünscht

Ihr Biowellmed Team

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