Ein knapp fünfunddreißigjähriger Patient leidet immer wieder unter den verschiedensten Befindlichkeitsstörungen und kommt auch mit seinem Leben nicht ganz so klar wie er sich das wünscht. Nun berichtet er über - wieder einmal - seit Wochen bestehenden Nackenschmerzen, die sich von der Halswirbelsäule in das linke Auge ziehen. Auch eine Pelzigkeit im Bereich des Schulterblattes sei ihm aufgefallen. Die daraufhin veranlasste Untersuchung der Halswirbelsäule zeigt einen Entzündungsherd im Halsmark. Der Patient hatte bereits vor einigen Jahren eine Retrobulbärneuritis und wurde damals auch gründlich untersucht, jedoch ohne Befund. Die jetzt erneut veranlasste Diagnostik zeigte kleine Herde in der Kernspinuntersuchung des Schädels und Hinweise in den elektrophysiologischen Untersuchungen. Die Liquoruntersuchung war unauffällig. Deshalb stellte man aufgrund dieser Befunde anhand der Kriterien von Mc Donald die Diagnose Multiple Sklerose und behandelte mit einem Kortisonschub. Unter der Behandlung ging die Symptomatik zurück und der Patient erhält jetzt Glatirameracetat, ein Medikament, das aus den natürlichen Aminosäuren gewonnen wird und dem im Gehirn und Rückenmark vorkommenden Eiweiß Myelin - Basisches Protein sehr ähnlich ist. Dies führt zu einer Dämpfung der MS - typischen Immunreaktionen und kann bis zu einem Drittel der Schübe verhindern.
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