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Reizdarm

 
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Reizdarm

 
absteigender Darmabschnitt mit Gefäß- und Lymphversorgung
(mit freundlicher Genehmigung der Fa. ratiopharm)
   
Sehr viele Menschen leiden unter einem Reizdarm-Syndrom.
Es ist eine der häufigsten Magen - Darm - Krankheiten.

Ursachen eines Reizdarms:

Eine Ursache ist bis heute noch nicht eindeutig bekannt. Vermutlich spielen eine gestörte Motilität, eine erhöhte Empfindlichkeit der Eingeweide(gestörte Nervenleitung mit übermäßig empfundenen Schmerzen), Infektionen und seelische Störungen wie Angst oder Depression eine Rolle. Man findet eine erhöhte Serotoninfreisetzung aus enterochromaffinen Zellen des Darmes. Die Neurotransmittersubstanz Serotonin ist eines der wichtigsten Moleküle, die Signale an das Nervensystem im Darm beeinflussen. Man fand bisher keine strukturellen Veränderungen im Darm bei dieser Erkrankung, jedoch eine veränderte Zahl an Zellen, z. B. eine erhöhte Anzahl von Mastzellen in der Schleimhaut des Dünndarmes. Auch konnte eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut gefunden werden und die Darmflora wies Veränderungen in der Zusammensetzung auf. Möglicherweise erlaubt diese erhöhte Durchgängigkeit der Schleimhaut Antigenen, einzudringen, was wiederum die Verbindung mit Ekzemen, Asthma und Heuschnupfen erklären kann. Ob die veränderte Darmflora Ursache oder Folge der veränderten Mobilität ist, weiß man noch nicht, jedoch weiß man, dass Patienten von antibiotischen oder probiotischen Therapien profitieren können.

ymptome bei Reizdarm

Sie äußern sich in Bauchschmerzen, Völle- und Druckgefühl, Übelkeit, Erbrechen, starken Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel, Schleimbeimengungen im Stuhl, schmerzhafte Blähungen und das Gefühl der unvollständigen Entleerung.
Man nennt diese Beschwerden funktionell, da bis heute noch keine organischen Veränderungen am Magen- Darmtrakt beim Reizdarmsyndrom nachgewiesen werden konnte oder biochemische Veränderungen im Blut.



Feststellen der Erkrankung

Da die Erkrankung keine Strukturveränderungen an Organen macht, kann hier nur eine Ausschlußdiagnose betrieben werden, d.h. sämtliche andere Magen- Darmerkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Zur Diagnose gehört somit eine Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, Magen- und Darmspiegelung. In manchen Fällen ist eine Computertomographie oder Kernspinuntersuchung des Bauchraumes erforderlich. Auch andere Erkrankungen wie z.B. Herzerkrankungen, die mit Bauchbeschwerden einhergehen, müssen ausgeschlossen werden.

Um keine ernsthafte Erkrankung zu übersehen, müssen vier Alarmzeichen(nach Aussage des britischen NICE Instituts) erfragt werden: - ungewollter oder unerklärlicher Gewichtsverlust - Darmblutung - Darm - oder Eierstockkrebs in der Familie. Liegt eines dieser Alarmzeichen vor, ist eine fachärztliche Diagnostik erforderlich. An Blutuntersuchungen empfiehlt man: Blutbild, CRP oder BSG, endomysiale Antikörper oder Gewebetransglutaminasen. Sind diese Werte in Ordnung und bestehen 2 der folgenden Symptome: - veränderte Stuhlpassage(man muss pressen beim Stuhlgang, es besteht Stuhldrang, inkomplette Entleerung) - ein geblähter bauch - eine Verstärkung der Beschwerden durch Nahrungsaufnahme - der Abgang von Schleim, kann man von einem Reizdarm ausgehen. Ob dennoch weitere Untersuchungen notwendig sind, muss im Einzelfall individuell durch einen Arzt geklärt werden.



Behandlung von Reizdarm

Da noch keine direkte Ursache bekannt ist, kann nur eine Linderung der Beschwerden erreicht werden. Vorrangig ist hier eine Vermeidung der Lebensmittel die Beschwerden auslösen. An Medikamenten kommen krampflösende Mittel in Frage (Spasmolytika), Säure hemmende Mittel (Protonenpumpenhemmer) Darmmotorik fördernde Mittel (Prokinetika), Medikamente die Blähungen und Luft mindern sowie Mittel gegen Durchfall. Da die häufigen Magen- Darmbeschwerden auch häufig Angst verursachen, können auch niedrig dosierte antidepressiv wirkende Mittel notwendig werden oder alternativ eine psychologische Verhaltenstherapie Entspannungsverfahren wie z.B. autogenes Training, Joga, Tai Chi, Jakobsenentspannungstraining und andere können sehr hilfreich sein. Einige pflanzliche Mittel wie z.B. ein Artischockenextrakt, Medikamente aus Pfefferminzöl und Kümmel sowie pflanzliche Kombinationspräparate haben sich als wirksam erwiesen. Geeignet sind auch indische Flohsamen oder Flohsamenschalen in einer Dosierung von 10 - 20 g pro Tag mit 1 Glas Wasser. Auch eine Kombination mit Baldrianpräparaten ist empfehlenswert. Bei Durchfällen aufgrund des Reizdarmsyndroms haben sich ebenfalls Flohsamenschalen bewährt sowie Kaffeekohle in einer Dosierung von 1 Messerspitze bis 1 Teelöffel mehrmals täglich mit Wasser und Trockenhefe aus Saccharomyces boulardii, die alle in der Lage sind, Bakteriengifte und Gärungsprodukte zu binden. Gerbstoffe können bei entzündlichen Reizungen zusätzlich verwendet werden. Hier kommen Eichenrinde in einer Dosierung von 2-4 Teelöffeln in 1 l Wasser kurz aufgekocht oder Tormentillwurzel in einer Dosierung von ca. 1 Teelöffel auf 1 Tasse Wasser in Frage. Zum Trockenhefepräparat Perenterol liegen Wirksamkeitsnachweise vor. Nach Schätzungen leiden etwa 7-8 Millionen Menschen in Deutschland an den Beschwerden eines Reizmagens oder Reizdarms, was eine deutliche Aussage über die Häufigkeit dieser Krankheit ausmacht.
Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Reizdarmsyndrom profitieren, wenn sie ein Präparat einnehmen, das zum Einen Probiotika enthält( Probiotika unterstützen die Darmflora und das Immunsystem), das Prebiotika wie z. B. Inulin enthält( um das Wachstum von probiotischen Bakterien zu unterstützen und das Wachstum schädlicher Bakterien zu erschweren), und das alle wesentlichen Vitamine, sekundären Pflanzenstoffe und Spurenelemente enthält. Patienten mit dieser Behandlung spüren häufig eine Verbesserung ihrer Beschwerden, die bis zu 60 % betragen kann. Deshalb ist eine solche Behandlung immer einen Versuch wert, zumal sie nach heutigem Wissensstand auf jeden Fall nicht schaden kann. Auch ein Wirkstoffkomplex eines bakterien- und eiweißfreien Darmschleimhautmedikamentes aus den Stoffwechselprodukten von E.coli Laves 1931 hat sich bewährt. Bei ungenügender Besserung können trizyklische Antidepressiva helfen(man beginnt mit 5 - 10 mg abends bis maximal 30 mg) oder selektive Serotonin Reauptake Hemmer(SSRI). Psychologische Hilfe sollten Patienten in Anspruch nehmen, die seit mehr als 12 Monaten Beschwerden haben und bei denen keine Therapie erfolgreich war.
 
 
 
 
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Patientenberichte:

 
Patientenbericht vom 01.06.2011:
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seit 10 jahren immer wieder bis zu 20 clositze.
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vom 23.05.2007:
Kurzbeschreibung von Amazon:
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