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Eierstockkrebs = Ovarialkarzinom

 
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Eierstockkrebs = Ovarialkarzinom

Kurz und bündig:

Eierstockkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die überwiegend zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftritt. Jedoch sind auch bereits 15 % der Eierstocktumoren im Kindesalter bösartig. Etwa 23 von 100 000 Frauen erkranken jährlich neu an Eierstockkrebs.



Ursache:

Es besteht eine erbliche Veranlagung, die etwa 10 % der Erkrankten betrifft. Daher ist das Wissen über Erkrankte in der Familie von Bedeutung. Ein erhöhtes Risiko, zu erkranken, haben Frauen, die früh ihre erste Regelblutung bekommen oder spät in die Wechseljahre kommen, die keine Kinder gebären, die primär steril sind, die langjährig eine Hormonersatztherapie durchführen oder die an polyzystischen Ovarien leiden. Das Risiko wird gemindert durch die Pille (wenn sie 6 Jahre eingenommen wird reduziert sich das Risiko um ca. 60 %), durch eine Unterbindung der Eileiter und durch viele Schwangerschaften.



Beschwerden:

Die Beschwerden sind uncharakteristisch. Es kann ein Fremdkörpergefühl im Bauch auftreten, Bauchschmerzen können entstehen, der Bauch kann dick werden, Stuhlverstopfung kann auftreten, Gewichtsabnahme und Appetitlosigkeit können entstehen. Durch Druck auf die Blase kann es zu Harndrang kommen, akute Bauchschmerzen können zu einer notfallmäßigen Behandlung veranlassen. Bei hormoneller Aktivität können Erscheinungen einer „Vermännlichung“ auftreten wie z. B. verstärkter Haarwuchs.



Feststellen der Erkrankung:

Bereits der Tastbefund kann dem Frauenarzt Hinweise liefern. Mit Hilfe der vaginalen Sonographie kann er den Eierstock einsehen und bereits einen Verdacht äußern. Der Verdacht kann durch eine Computertomographie oder Kernspinuntersuchung des Bauchraumes näher abgeklärt werden. Weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahme der Lunge, Herzuntersuchung, Ultraschall der Leber etc. folgen.



TNM Klassifikation:

  • T1: der Tumor ist begrenzt auf die Eierstöcke
  • T1a: 1 Eierstock ist befallen, die Kapsel ist intakt, die Peritoneallavage (Ausspülung der Bauchhöhle) ist negativ (zeigt keine Tumorzellen)
  • T2a: beide Eierstöcke sind befallen, die Kapseln sind intakt, die Peritoneallavage ist negativ
  • T1c: der Tumor ist an der Oberfläche der Eierstöcke und/oder es besteht Aszites (Bauchwassersucht) oder die Peritoneallavage ist positiv (Tumorzellen sind in der Spülflüssigkeit vorhanden)
  • T2: der Tumor breitet sich im Becken aus
  • T2a: Gebärmutter oder Eileiter sind befallen, die Peritoneallavage ist negativ
  • T2b: andere Beckenorgane sind befallen, die Peritoneallavage ist negativ
  • T2c: es besteht ein bösartiger Aszites oder die Peritoneallavage ist positiv
  • T3: es bestehen peritoneale Metastasen außerhalb des Beckens
  • T3a: nur mikroskopisch
  • T3b: unter 2 cm
  • T3c: Über 2 cm
  • N1: örtliche Lymphknoten sind befallen
  • N2: es liegen Fernmetastasen vor.




Die Metastasierung erfolgt vorzugsweise in Lunge und Leber.



Klassifikation nach FIGO:

  • FIGO I: der Tumor befällt 1 oder beide Eierstöcke
  • FIGO II: der Tumor breitet sich in das Becken aus
  • FIGO III: der Tumor breitet sich in der Bauchhöhle aus oder befällt die Lymphknoten
  • FIGO IV: der Tumor breitet sich über die Bauchhöhle hinaus aus




Behandlung:

Im Stadium FIGO I und FIGO II bestehen gute Heilungsaussichten. Die Operation ist die Methode der Wahl. Man entfernt beide Eierstöcke und die Gebärmutter, da in über 50 % der Fälle auch bereits der zweite Eierstock befallen ist und in der Gebärmutter häufig Metastasen oder andere Tumoren vorliegen. Bei der Entfernung muss ein Einreißen der Kapsel vermieden werden. Das Bauchnetz wird zumindest unterhalb des Dickdarmrahmens entfernt. Bei unklarem Tumortyp wird auch der Blinddarm entfernt. Bei Befall werden die Beckenlymphknoten und die neben der Hauptschlagader gelegenen Lymphknoten entfernt. Dadurch erreicht man eine längere Überlebenszeit. Je nach Tumorausbreitung kann es notwendig werden, auch andere Organe teilweise zu entfernen wie z. B. Teile des Darmes, der Milz, der Bauchspeicheldrüse, der Leber, weiteren Teilen des Netzes etc. Selbst bei inoperablen Tumoren, die nicht vollständig entfernt werden können, ist eine Verkleinerung des Tumors und eine Teilentfernung mit einer längeren Überlebenszeit verbunden, wobei hier natürlich auch die Gesamtverfassung der Patientin, Alter, andere Erkrankungen etc. entscheidend sind. Die Operation wird meistens über eine mediane Laparatomie (Bauchschnitt vom Schambein bis zum unteren Teil des Brustbeins) durchgeführt, damit der gesamte Bauchraum eingesehen werden kann und möglichst alle Tumoranteile entfernt werden können. Anschließend nimmt man eine Spülung des Bauchraumes vor (Peritoneallavage). Die Spülflüssigkeit wird ebenfalls auf Tumorzellen untersucht. Nach der Operation erfolgt eine Chemotherapie mit 4 – 6 Zyklen alle 3 Wochen. Am besten ist derzeit Carboplatin+Paclitaxel. Die Chemotherapie verlängert die Überlebenszeit und führt zu weniger Rückfällen. Das Risiko, dass durch eine Standardchemotherapie eine akute myeloische Leukämie ausgelöst wird, ist gering. Allerdings ist sie neurotoxisch, d. h. sie greift Nerven an, was sich in Taubheitsgefühl, Schmerzen der Füße und Hände, Prickeln, Juckreiz und Ameisenlaufen äußern kann. Man ist derzeit auf der Suche nach einem Medikament, das hier Abhilfe schafft. Lediglich bei Stadium FIGO IAG1 kann auf eine Entfernung des 2. Eierstocks und der Gebärmutter und auf das Durchführen einer Chemotherapie verzichtet werden, um einem eventuell bestehenden Schwangerschaftswunsch gerecht zu werden. Nach der Behandlung kann bei Frauen, die unter ausgeprägten Wechseljahrsproblemen durch die akute Hormonausschaltung nach Entfernung der Eierstöcke leiden, über eine Hormontherapie mit niedrig dosiertem Östrogen diskutiert werden. Bei einem Rückfall nach Behandlung ist eine erneute Chemotherapie hilfreich. Wurde bereits eine sehr intensive Chemotherapie durchgeführt, kann eine hormonelle Behandlung mit Tamoxifen oder GnRH Analoga oder mit hoch dosiertem Gestagen erwogen werden, die in manchen Fällen noch Hilfe bringen. Bei der Tumornachsorge ist die Kontrolle des Tumormarkers CA 125 hilfreich, anhand dessen auch der Therapieerfolg kontrolliert werden kann. Die Nachsorge sollte regelmäßig durchgeführt werden.
 
 
 
 
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Patientenberichte:

 
Patientenbericht vom 19.01.2009:
Ich bin 23 und nehme seit 1,5 Jahren nicht mehr die Pille ein.
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Patientenbericht vom 21.05.2008:
Trotz regelmäßiger Vorsorgeuntersuchung wurde am 19.03.2008 bei mir ein Ovarilatumor festgestellt, der schon ziemlich stark im Bauraum gestreut hat.
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Patientenbericht vom 21.05.2008:
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Patientenbericht vom 09.04.2007:
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