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primärer Hyperparathyreoidismus

Fachartikel zum Thema primärer Hyperparathyreoidismus

Der primäre Hyperparathyreoidismus tritt in Deutschland bei ca. 36 000 Menschen pro Jahr neu auf. Es handelt sich hierbei um eine Überfunktion der Nebenschilddrüse.

Ursachen

Als überwiegende Ursache findet man gutartige Tumoren der Nebenschilddrüse ( Nebenschilddrüsenadenome ), die meist einzeln, manchmal auch gehäuft vorkommen. Auch Nebenschilddrüsenvergrößerungen ( Hyperplasien ) kommen als Ursache in Frage. In weniger als 1 % sind die Wucherungen bösartig.

Feststellen der Erkrankung

Bei der Blutabnahme fällt ein erhöhter Kalziumspiegel auf. Dies veranlasst zur Untersuchung des Parathormons ( PTH ), das ebenfalls erhöht ist. Es wird von der vergrößerten oder tumorösen Nebenschilddrüse verstärkt produziert und bewirkt eine erhöhte Kalziumaufnahme im Darm, eine verstärkte Kalziumauswaschung aus dem Knochen und eine vermehrte Kalziumrückaufnahme in der Niere. Diese Befunde veranlassen zur Suche nach Nebenschilddrüsenadenomen, die häufig bei der Ultraschalluntersuchung des Halses gefunden werden können, wenn sie nicht an unüblicher Stelle ( dystop ) wie z. B. im Bereich des Brustraumes, liegen. Mit Hilfe einer Szintigraphie ( mit Tc-MIBI = Technetium-Metoxyisobutylisonitril ) können Nebenschilddrüsenadenome ebenfalls dargestellt werden. Dies ist vor allem bei dystopen Adenomen von Bedeutung. Das radioaktiv markierte Tc-MIBI, das in die Vene gespritzt wird, wird von der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse angerafft, von der Schilddrüse jedoch schneller wieder ausgewaschen, so dass sich schließlich nur noch die radioaktiv markierten Nebenschilddrüsen zeigen. Nicht alle Wucherungen der Nebenschilddrüse nehmen jedoch das Tc-MIBI gut auf, so dass die Zuverlässigkeit der Untersuchung nur ca. bei 80 – 90 % liegt. Selten sind Kalziumspiegel im Blut erhöht bei gleichzeitiger Erniedrigung der Kalziumausscheidung im Urin, was bei familiärer hypokalziurischer Hyperkaälzämie vorkommt. Ist Kalzium im Blut normal und Parathormon erhöht, muss der primäre Hyperparathyreoidismus vom sekundären Hyperparathyreoidismus regulativen Hyperparathyreoidismus ) unterschieden werden. Zur Differenzierung gibt man dem Patienten Vitamin D und 2 g Kalzium und bestimmt Kalzium und Parathormon in den nächsten 2 Stunden. Steigt das Kalzium an und ist PTH weiterhin erhöht, handelt es sich um einen primären Hyperparathyreoidismus, fällt PTH ab, um einen regulativen. Bei Eiweißmangel ( Albuminmangel ), Vitamin D – Mangel und Störung der Nierenfunktion kann das Kalzium im Blut auch normal sein.

Beschwerden

Durch die Wirkung des erhöhten Parathormons kommt es zur Kalziumausschwemmung aus dem Knochen, zu dessen Mineralverlust und zur Osteoporose. Der erhöhte Kalziumspiegel im Blut kann zu Erbrechen, Flüssigkeitsverlust, Darmlähmung, Schock und Koma, zu Nierensteinen und Nierenkoliken führen. Es kann zu Magen – Darm Geschwüren und zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen. Auch Antriebsschwäche, Depressionen oder Gedächtnisstörungen können auftreten.

Behandlung

Bei einem eindeutig nachgewiesenen einzelnen Nebenschilddrüsenadenom sollte operiert werden, wenn es der Zustand des Patienten zulässt. Diese Operation dauert in spezialisierten Zentren ca. ? Stunde. Eine kalziumarme Diät verhindert die Osteoporose nicht und ist auch schwierig einzuhalten, eine Osteoporose – Behandlung verspricht keinen dauerhaften Erfolg, da die Ursache nicht beseitigt wurde.

Komplikationen

Schwere Folgen des erhöhten Kalziumspiegels im Blut können Schock und Koma sein, die akut z. B. in Zusammenhang mit Infektionen oder mit einer Operation auch lebensbedrohlich werden können.

Erfahrungsberichte zum Thema primärer Hyperparathyreoidismus

  • Neuester Erfahrungsbericht vom 02.02.2017:

    Sehr geehrtes Biowellmed-Team,

    bei mir wurde letztes Jahr im Oktober bei einer Routineuntersuchung ein zu hoher Calciumwert im Blut fest gestellt (2,63 ). Als ich daraufhin auf calciumhaltige Lebensmittel verzichtete und die Vigantoletten Einnahme stoppte ( nahm ich jahrelang wegen Hashimoto ), war bei einer erneuten Kontrolle im November trotzdessen der Wert nochmals gestiegen ( 2,68 ). Nun hat mich mein Hausarzt an einen Endokrinologen überwiesen und dieser nahm mir Blut ab und es wurde 24 Stunden Urin gesammelt. Das Ergebnis bekomme ich allerdings erst in 4 Wochen.
    Da ich ca. zeitgleich Magenprobleme bekam, wurde vor ca. 1 Monat eine chronische Gastritis diagnostiziert. Die Beschwerden werden leider immer schlimmer und ich bekomme zusätzlich immer mehr Rückenschmerzen ( Nieren ? ). Kann das ein Hyperparathyreodismus sein und gibt es einen Zusammenhang mit den Magenproblemen ?

    Lieber Herr O.,

    das ist denkbar. Sie sollten sich umgehend von einem Internisten(oder Krankenhaus) untersuchen lassen, denn es ist möglich, dass Sie Nierensteine haben und Ihre Rückenschmerzen daher kommen oder gar eine akute Pankreatitis, was gefährlich werden könnte. Auch Geschwüre im Magen scheinen bei Hyperparathyreoidismus häufiger vorzukommen. Deshalb unbedingt sofort abklären. Liebe Grüße

    Ihr Biowellmed Team
  • Erfahrungsbericht vom 19.03.2016:

    Liebes Team, ich schreiben Ihnen, weil ich eine weitere Entscheidungshilfe brauche, und dafür sehr dankbar wäre. Vor 2 Jahren hat eine große Blutuntersuchung folgendes ergeben: Calcium: 2,68 mMol/l (2,15 - 2,5), A.PH (Phosphat): 0,81mMol/l (0,84-1,45) und PTH-intact...
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  • Erfahrungsbericht vom 14.07.2015:

    Liebes Team, mein Parathormon (Blut) liegt bei 125,5 pg/ml (Referenzbereich: 12-88), beim Urintest liegt er ebenfalls erhöht vor mit 137 pg/mL (10-65). Ein Auszug meiner Werte die in dem Zusammenhang vielleicht aufschlussreich sind...
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  • Erfahrungsbericht vom 19.10.2014:

    Sehr geehrtes Biowellmed-Team, ich wurde im Dezember 2013 operiert. Es war ein sehr großes Nebenschilddrüsen-Adenom bei primärem Hyperparathyreoidismus, an dem ich seit Jahren litt, die Ärzte jedoch meine Beschwerden nicht ernst nahmen. Am Ende konnte ich kaum...
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  • Erfahrungsbericht vom 24.09.2014:

    Ich habe einen PTH 12,2 und Calzium 2,65. Es wurde eine primäre Hyperparath. diagnostiziert da ich alle Symptome habe: schlapp, Muskelschmerzen, Depressionen, häufiges Wasserlassen (bis zu 4 mal nachts). ich leide an diesen Symptomen schon seit Jahren, aber erst jetzt...
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  • Erfahrungsbericht vom 09.05.2014:

    Guten abend, meine Frage ist pth erhöht 13,4 calzium 2,56 vit d 25 oh 16 Wie kann ich pth senken ? Einnahme 1 dekristl 20.000 pro wochevielenherrzlicvnheiten. Woran hakt es bei mir TSH o.90 ...
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  • Erfahrungsbericht vom 07.08.2008:

    Wegen rezidivierender 'Ermüdungsbrüche' in den Füßen wurde bei mir u.a. Calcium und Parathormon im Blut kontrolliert, Calciumwerte am 21.5.08 2,3 Refer.bereich 2,13 - 2,63 mmol/l Parathormon ...
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