Eine damals ca. 60 jährige Patientin kam eines Abends in die Sprechstunde und erzählte, dass sie furchtbare Kopfschmerzen habe. Die Untersuchung ergab zunächst weder einen zu hohen Blutdruck noch sonst eine Erklärung für die heftigen Kopfschmerzen. Die Lokalisation der Kopfschmerzen im Schläfenbereich führte dazu, dass ich die Schläfenarterie abtastete. Diese war prall und schmerzhaft zu tasten. Nach einer Blutabnahme zur Kontrolle der Blutsenkung verordnete ich unter obiger Verdachtsdiagnose sofort hoch dosiert Kortison und veranlasste für den nächsten Tag eine Vorstellung an der Universitätsklinik und beim Augenarzt. Die Diagnose bestätigte sich und bereits nach 2 Tagen war die Patientin beschwerdefrei und glücklich. Die Spezialisten verordneten ihr noch Azathioprin und führten regelmäßige Kontrollen durch. Nach und nach konnten wir die Kortisondosis auf zuletzt 5 mg pro Tag reduzieren. Seit Jahren fühlt sich die Patientin unverändert wohl und hat auch von der Medikation keine Probleme. Sie ist froh, dass man ihr helfen und ihr Augenlicht bewahren konnte.
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