künstliche Niere (Dialyse)

Fachartikel zum Thema künstliche Niere (Dialyse)

Sehr viele Menschen auf der ganzen Welt sind zum Überleben auf eine künstliche Niere angewiesen.
Über die gesunde Niere scheidet der Mensch harnpflichtige Substanzen aus.
Ist hierzu die Niere durch eine Erkrankung nicht mehr fähig, steigen die harnpflichtigen Substanzen im Blut an und es kommt zur Blutvergiftung (Urämie).Sie ist ohne Behandlung tödlich.
Um die Urämie zu verhindern, hat man heute die Möglichkeit, das Blut an der Dialyse von seinen ausscheidungspflichtigen Stoffen zu befreien.
Die Dialyse beruht auf dem Prinzip der semipermeablen Membran (halbdurchlässige Wand).
Dabei wird Blut dem Körper entnommen und fließt an einer halbdurchlässigen Wand entlang. Eine Spülflüssigkeit, die der Flüssigkeit außerhalb der Zellen sehr ähnlich ist, fließt entgegengesetzt auf der anderen Seite der Membran.
Jede gelöste Substanz, die im Blut eine höhere Konzentration hat als in der Spülflüssigkeit, fließt aus dem Blut in die Spülflüssigkeit und umgekehrt.
Die so in einem Gerät ausgetauschte Flüssigkeit wird dann an den Patienten zurückgeleitet. Dabei können auch Stoffe hinzugefügt werden. Die Dialyse dient nicht nur dazu, harnpflichtige Substanzen zu entfernen, sondern auch dazu, überschüssige Körperflüssigkeit zu entfernen und den Elektrolythaushalt sowie Säure-Basen-Haushalt zu regulieren.
Um Komplikationen zu vermeiden und besser punktieren zu können, wird heute überwiegend durch eine kleine Operation eine unter der Haut liegende Verbindung zwischen Arterie und Vene geschaffen (arteriovenöser Shunt).
Durch die Verbindung der blutzuführenden Arterie und der blutabführenden Vene erweitern sich die Venen so stark, dass sie leicht angestochen werden können und durch ihren Dickenzuwachs lange halten. Außerdem kann auf diese Weise ein Blutdurchfluss von ca. 200 ml pro Minute erreicht werden.
Durch den schnelleren Blutfluss werden auch Entzündungen, Thrombosen und Blutgerinnsel verhindert.
Die Dialysebehandlung findet in speziellen Zentren statt und wird normalerweise 3 mal wöchentlich durchgeführt, was für die Betroffenen eine nicht geringe Belastung darstellt. Trotz Dialyse kommt es bei vielen Patienten zu Hautjucken und aufgrund der Ablagerung harnpflichtiger Substanzen in der Haut zu einer Gelbfärbung der Haut. Das Gehirn kann durch die Giftstoffe, die zurück bleiben geschädigt werden, so dass Missempfindungen auftreten können, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit und andere neurologische Symptome. Das Immunsystem leidet, was zu gehäuften Infektionen führt, die wiederum auch zu einer weiteren Nierenschädigung führen. Die Verkalkung der Gefäße verstärkt sich. Daraus resultieren Herz-Kreislauf-Probleme, u. a. die koronare Herzkrankheit. Da die Niere Insulin abbaut, kommt es gehäuft zu einer Zuckerkrankheit, wenn sich diese Funktion der Niere verschlechtert.
Für motivierte Patienten, welche die starke Bindung an ein Dialysegerät ablehnen, gibt es auch ein Heimdialysegerät.
Vorraussetzung für die Dialyse an einem solchen Gerät ist jedoch die absolute Zuverlässigkeit des Patienten.
Nierenschwäche ( Niereninsuffizienz )
Der Ernährung und der Lebensweise kommt bei dialysepflichtigen Patienten ein hoher Stellenwert zu. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit den 3 großen Nährstoffgruppen Eiweiß, Kohlenhydrat und Fett, eine ausreichende Trinkmenge(500 - 750 ml pro Tag + die Menge an Restausscheidung der Nieren, wenn nicht vom Arzt anders verordnet) und die Beachtung der Regeln für einen normalen Kalium- und Phosphatgehalt. Gerade bei fortgeschrittener Nierenerkrankung besteht die Gefahr der Kalium- und Phosphatentgleisung. Der normale Kaliumspiegel im Serum beträgt 3,5-5,0 mmol/l. Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher Kaliumspiegel ist gefährlich. Da Kalium überwiegend in der Zelle vorliegt, können bereits Kaliumerhöhungen im Serum über 6,5 mmol/l gefährlich werden. Für das Herz schädigend ist ein Kaliumspiegel über 8 mmol/l. Bei der Dialyse kommt es zu einem erhöhten Eiweißabbau im Körper. Dabei fällt auch viel Phosphat an. Durch Komplexbildung mit Kalzium lagert sich dieses in Organen und Gefäßen ab. Dies muss unbedingt vermieden werden. Phosphat ist vor allem enthalten in Milchprodukten, Ei, Soja, Kakao und Hefe. Je höher der Eiweißspiegel, desto mehr Abbauprodukte müssen über die Niere ausgeschieden werden. Andererseits ist eine gute Versorgung mit Eiweiß wichtig, da Eiweiß ein wichtiger Baustoff ist und durch die Dialyse verloren geht Deshalb können folgende allgemeinen Regeln für schwer Nierenkranke oder Dialysepflichtige genannt werden:


  • - Trinken Sie 500 - 750 ml pro Tag+ die Menge an Restausscheidung der Nieren, wenn von Ihrem Arzt nicht anders verordnet, möglichst natriumarmes Mineralwasser oder Kräuter- und Früchtetees. Bedenken Sie jedoch, dass auch Suppen, Milch, Soßen, Joghurt etc. zu den Flüssigkeiten gerechnet werden. Zwischen den Dialysen verlieren Sie Wasser durch Atmen und Schwitzen und durch die Restausscheidung. Deshalb lagern Sie zwischen 2 Dialysen etwa 2-2,5 kg an Wasser ein. Achten Sie darauf, dass es nicht mehr wird.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie Normalgewicht haben und um dies zu halten ca. 30-35 kcal/kg Körpergewicht an Energie zu sich nehmen.
  • Decken Sie die Hälfte Ihres Energiebedarfs aus Kohlehydraten, wobei Mais, Gries und Reis zu bevorzugen sind, Sie können jedoch auch 150 g Brot pro Tag(nicht aus Sauerteig), 100 g gekochtes Obst pro Tag ohne Flüssigkeit(Birnen, Heidelbeeren, Äpfel, Preiselbeeren) zu sich nehmen, bis zu 4 Teelöffel Marmelade, eifreie Teigwaren, Hirse, Graupen und gewässerte Kartoffeln.
  • Salzen Sie nicht zu, damit die Wassereinlagerung nicht erhöht wird, sondern verwenden Sie stattdessen Kräuter und Gewürze.
  • Nehmen Sie 30 - 40 g Ballaststoffe pro Tag zu sich, wobei Guar-Guar, Lactulose und indische Flohsamen wegen ihrer Phosphatarmut zu bevorzugen sind.
  • Nehmen Sie genügend, jedoch nicht zu viel Eiweiß zu sich. Zu empfehlen sind 0,6 - 0,8 Gramm Eiweiß pro kg Körpergewicht und pro Tag .Erlaubt sind: 1/8 l Milch oder Joghurt, Quark(mager oder bis 20 %) bis zu 250 g pro Woche, 3-4 Scheiben Schnitt- oder Hartkäse pro Woche, Camembert und Frischkäse bis zu 625 g pro Woche, Fleisch und Wurst bis 575 g pro Woche und 1 x wöchentlich eine Fischmahlzeit.
  • Achten Sie auf einen ausgeglichenen Kaliumspiegel. Die Nierenfunktionsstörung führt häufig zu einem erhöhten Kaliumspiegel. Deshalb sollten Sie auf kaliumreiche Nahrungsmittel verzichten. Hierzu gehören u. a. Nüsse, Samen, Kastanien, Hülsenfrüchte, Kohlsorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Grünkohl, Sellerie, Rettich, Pilze, Petersilie, Tomatenextrakt, Spinat, Fenchel, Süßkartoffeln, Fleischextrakt, Kakao, Wein, Säfte, Trockenobst, Kiwi, Johannisbeeren, Nektarinen, Bananen, Aprikosen, Holunder, Hagebutten, Honigmelonen und Passionsfrucht. Auch die Zubereitung Ihrer Speisen hat Einfluss auf den Kaliumgehalt. Waschen Sie die Früchte und Gemüse mit viel Wasser, das Sie häufig wechseln. Kleinschneiden erhöht die Wässerung. Speisen, die Sie auf 70 ° erhitzen, verlieren ebenfalls Kalium, wenn Sie das Wasser nachher wegwerfen. Auch Tiefkühlen entfernt Kalium aus den Speisen.

Bei Dialysepatienten kann es zu großen Zinkverlusten kommen, die zu Hautproblemen, Haarausfall und gehäuften Infekten führen können. Viele Dialysepatienten haben auch zu niedrige Selenspiegel. Da beide Spurenelemente von großer Bedeutung sind, sollte der Blutspiegel an Selen und Zink kontrolliert werden und die entsprechenden Spurenelemente bei Mangel ergänzt werden.

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