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Magenkrebs

 
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Magenkrebs

Magenkrebs ( Magenkarzinom ) tritt vorwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf. Männer erkranken häufiger daran als Frauen. Magenkrebs macht etwa 8 % der bösartigen Erkrankungen bei uns aus, während in Japan (pro Jahr etwa 10 000 Frühkarzinome), Südostasien, Chile und Finnland die Erkrankungsrate viel höher liegt.



Ursache

Die Ursache ist nicht bekannt. Es gibt jedoch Risikofaktoren wie chronische Magengeschwüre, Helicobacter- Befall des Magens (Helicobacter pylori soll das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, etwa verdoppeln bis verdreifachen), chronische atrophische Magenschleimhautentzündungen, perniziöse Anämie, gutartige Magentumoren, Folgen einer früheren Magen- Teilentfernung, Umwelteinflüsse, Ernährung (Alkohol, Nikotin, Nitrosamine ) und genetische Veranlagungen ( Patienten mit Blutgruppe A erkranken öfter ). Man nimmt heute an, dass Magenkrebs sich über viele Jahre langsam entwickelt.



Feststellen der Erkrankung

Die Erkrankung wird durch eine Magenspiegelung ( Gastroskopie ) festgestellt, bei der auch eine Gewebeprobe erfolgt. Diese Untersuchung ist heute problemlos durchzuführen und durch eine Kurznarkose schmerzfrei. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches ist zur Feststellung etwa vorliegender Metastasen oder Begleiterkrankungen notwendig, die körperliche Untersuchung soll Lymphknoten oberhalb des Schlüsselbeins und Aszites ( Bauchwasser ) erfassen. Zur Beurteilung der Eindringtiefe des Krebses und eines Lymphknotenbefalles kann eine Endosonographie notwendig werden oder eine Computertomographie des Bauches. Tumormarker ( CA 72-4, CA 19-9, CEA ) dienen lediglich zur Überwachung nach Behandlung, nicht zur Diagnosestellung.
Bei uns werden Frühkarzinome des Magens selten entdeckt, in Japan dagegen sehr häufig. Deshalb konnte in Japan die Prognose des Magenkarzinoms deutlich verbessert werden, da die Patienten viel früher behandelt werden können. Grund dafür ist eine viel häufigere und aufwendigere Gastroskopiekontrolle. Auch in der histologischen Bewertung des Biopsiematerials gibt es Unterschiede. Man entfernt dort Magenfrühkarzinome auch endoskopisch, wenn sie klein, differenziert und nicht ulzeriert sind und hat damit bei erfahrenen Endoskopikern eine hohe Heilungsrate, wenn das befallene Gewebe am Stück entfernt wurde. Komplikationen sind dabei nicht selten, jedoch praktisch niemals tödlich.


Tumorstadien nach der TNM – Klassifikation:

  • TX: der Primärtumor ist nicht beurteilbar
  • T0: der Primärtumor ist nicht erkennbar
  • Tis: Carzinoma in situ: die Lamina propria ist nicht infiltriert
  • T1: Eindringen in die Lamina propria und Submukosa ( innere Magenwand )
  • T2a: Eindringen in die Muscularis propria ( Muskelschicht des Magens )
  • T2b: Eindringen in die Subserosa ( die Schicht, die unter dem inneren Organüberzug liegt )
  • T3: Befall der Serosa ( innerer Organüberzug )
  • T4: Eindringen in benachbarte Strukturen
  • N1: Metastasen in 1 – 6 regionären Lymphknoten
  • N2: Metastasen in 7 – 15 Lymphknoten
  • N3: Metastasen in über 15 Lymphknoten
  • Mo: keine Fernmetastasen
  • M1: Fernmetastasen
  • MX: Fernmetastasen sind nicht beurteilbar

Die regionären Lymphknoten des Magens liegen um den Magen herum, entlang der großen Blutgefäße von Magen, Leber und Milz, unterhalb des Zwerchfells, neben der Speiseröhre und neben dem Herz.


Histologische Typen des Magenkrebses:

  • Adenokarzinom ( macht über 95 % aus):-papillär, -tubulär, -muzinös
  • Siegelringzellkarzinom
  • Plattenepithelkarzinom
  • Adenosquamöses Karzinom
  • Kleinzelliges Karzinom
  • Undifferenziertes Karzinom
  • Andere Karzinomtypen
  • G1: hoch differenziert
  • G2: mäßig differenziert
  • G3:schlecht differenziert



Beschwerden

Beschwerden müssen nicht vorliegen. Es können jedoch Völlegefühl, Druck im Oberbauch, Blut im Stuhl ( Teerstuhl ), Sodbrennen, Gewichtsabnahme, Abneigung vor bestimmten Speisen , Blutarmut, Müdigkeit , Erbrechen, Übelkeit oder Schmerzen vorliegen.

Komplikationen

Unbehandelt führt Magenkrebs zum Tod. Durch Metastasenbildung über den Lymphweg oder über Organe ( Leber, Lunge und schließlich weitere Organe ) kann es zu entsprechenden Beschwerden kommen. Je nach Tumorstadium liegt die Überlebensrate zwischen 10 und 100 %.

Behandlung

Die einzige Behandlung, die zur Heilung führen kann ist die Entfernung des befallenen Magenabschnittes mit einem Sicherheitsabstand von 5 cm beim intestinalen Typ, der eine bessere Prognose hat und von 8 cm beim diffusen Typ, häufig die Entfernung des gesamten Magens, oft unter Mitentfernung von Milz, großem und kleinem Netz und einem Teil der Bauchspeicheldrüse sowie von Lymphknoten. Anschließend wird entweder die Speiseröhre mit dem Dünndarm verbunden oder aus dem Dünndarm eine Art Ersatzmagen gebildet und zwischen Speiseröhre und Dünndarm eingenäht. Die Überlebenschance hängt in erster Linie vom Tumorstadium ab. Bei Entdeckung des Magenkrebses sind bereits 50 % der Tumoren nicht mehr zu entfernen und können nur noch palliativ versorgt werden, indem z. B. der Magen mit dem Dünndarm verbunden wird, um eine Verengung des Magenausganges durch den Tumor zu verhindern. Kann nicht mehr mit Heilungsaussicht operiert werden, ist eventuell eine Chemotherapie angezeigt. Dies hängt jedoch vom Zustand des Betroffenen, vom Tumorstadium u. s. w. ab. Beim Magenfrühkarzinom, das noch nicht das Unterhautfettgewebe durchbrochen hat, sind die Heilungschancen am höchsten. In einem höheren Tumorstadium sind die Ergebnisse deutlich besser, wenn vor der Operation eine Chemotherapie durchgeführt wird. Dieses Verfahren setzt sich zunehmend durch. Beim weit fortgeschrittenen Magenkrebs werden derzeit Studien durchgeführt mit dem Topoisomerase - Hemmer Irinotecan, der zu einer längeren Überlebenszeit führt. Dieser wird z. B. kombiniert mit 5 - Fluoruracil und Folinsäure. Auch eine Therapie mit Antikörpern (z. B. Cetuximab) oder Rezeptorblocker und Hemmer der Gefäßneubildung Sunitinib ist in Erprobung. Das Chemotherapie - Standschema war bisher 5 - FU, Folinsäure und Cisplatin oder Epirubicin, 5- FU und Cisplatin. Diese Behandlung ist jedoch wegen ihrer Nebenwirkungen nicht für alle Patienten möglich. Da Magenkrebs
nach Operationen von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren gehäuft auftritt, ist nach solchen Operationen eine regelmäßige Kontrolle durch Magenspiegelung unbedingt notwendig. Da das Magenkarzinom nicht besonders gut auf Bestrahlung anspricht, ist die Bestrahlung noch eine individuelle Entscheidung und auch noch Gegenstand der Forschung.

Beim lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom gibt es inzwischen einen Therapiewandel, denn mit der perioperativen Chemotherapie überleben deutlich mehr Patienten. In der Cunningham Studie konnte gezeigt werden, dass bei Patienten, die vor und nach der Operation mit je 3 Zyklen einer dreiwöchigen Chemotherapie(Cisplatin, Epirubicin, 5 - Fluoruracil) behandelt wurden, der Anteil der Langzeitüberlebenden um mehr als 50 % gegenüber der reinen Operation erhöht werden konnte. Die Behandlung wurde gut vertragen im Gegensatz zu einer Bestrahlungsserie und Chemotherapie nach Operation. Deshalb sollten alle Patienten, die an einem örtlich fortgeschrittenen Magenkrebs erkrankt sind(Stadien II - IV, jedoch ohne Metastasen) eine solche Chemotherapie erhalten, wenn nicht eine Nierenfunktionsstörung, hohes Alter oder andere Erkrankungen dagegen sprechen. Ob die Chemotherapie anspricht, kann durch genaue Untersuchung des Operationspräparates festgestellt werden. Erst dann entscheidet man über die Weiterführung der Chemotherapie nach der Operation.


Folgen der Magenentfernung

Es kann zu Appetitlosigkeit, Durchfall und Gewichtsabnahme kommen. Es können Mangelsymptome entstehen durch verminderte Aufnahme von Eiweiß, Fett, Vitaminen. So können Haarausfall, Mundwinkeleinrisse und Abgeschlagenheit Zeichen für einen Eisenmangel sein, Zungenbrennen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln Zeichen für einen B 12 – Mangel. Eine vierteljährliche Injektion von Vitamin B 12 ( Hydroxycobalamin 1000 µg ) kann dies verhindern. Auch eine tägliche Gabe von Vitamin C und Folsäure ( 0,5 – 1 mg ) ist sinnvoll. Durch eine verminderte Aufnahme von Calcium kann es zu einem sekundären Hyperparathyreoidismus und zu einer Osteopenie ( Knochenabbau ) kommen. Beschwerden nach dem Essen im Sinne eines Dumping Syndroms können auftreten. Dabei kommt es zu Übelkeit, Druck im Oberbauch, Blässe, Schwindel, Herzklopfen, Blutdruckabfall bis zum Kollaps
Innerhalb von 30 Minuten nach dem Essen. Ursache ist vermutlich das Fehlen des Magenreservoirs mit Sturzentleerung des Speisebreies, zuckerreicher Nahrung im Dünndarm mit Einströmen von Wasser aus der Blutbahn und folgenden Kreislaufveränderungen. Meist gehen solche Beschwerden innerhalb eines halben Jahres von selbst wieder zurück. Bestehen sie sehr lange oder sind sehr heftig, muss man über eine erneute Operation mit z. B. einer Verkleinerung der Ersatzmagenöffnung nachdenken.


Vorbeugung:

Neben einer vitalstoffreichen, vollwertigen Ernährung sollte man auf Reizstoffe und Krebs erzeugende Stoffe ebenso verzichten wie auf Rauchen und Alkohol. Besteht eine Magenschleimhautentzündung mit Beschwerden und findet man das Bakterium Helicobacter pylori, sollte eine Behandlung erfolgen, da man in großen Studien nachgewiesen hat, dass der Helicobacterbefall das Risiko für Magenkrebs deutlich erhöht. Kaffee wiederum erhöht das Risiko, einen Helicobacterbefall zu bekommen. Einer rechtzeitigen Behandlung kommt große Bedeutung zu, da eine Behandlung bei bereits starker Schädigung der Magenschleimhaut im Sinne einer chronisch – atrophischen Gastritis nichts mehr nützt.
Nach bisherigen Forschungen löst Helicobacter pylori Entzündungen aus. Die schließlich in eine Krebsvorstufe (schwere Atrophie und intestinale Metaplasie) und dann in eine Krebserkrankung münden. Die Ausrottung des Keims muss erfolgen, bevor sich Krebsvorstufen entwickelt haben. Zur Entdeckung des Helicobacter pylori sind neben der Magenspiegelung mit Test der 13C-Atemtest oder der Stuhlantigentest geeignete Maßnahmen, um den Helicobacter pylori aufzuspüren. Zur Behandlung eignet sich eine Dreifachkombination aus Protonenpumpenhemmer, Clarithromyzin und Amoxicillin oder Metronidazol, alternativ zu Metronidazol Tinidazol. Die Wirkung ist jedoch länderspezifisch. In Deutschland besteht bisher keine Resistenz gegen Amoxicillin und nur wenig Resistenz gegen Clarithromycin. Deshalb sollte hier dieser Kombination der Vortritt gegeben werden. Entscheidend für die Ausrottung ist die gewissenhafte Einnahme der Medikamente.

 
 
 
 
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Patientenberichte:

 
Patientenbericht vom 17.01.2012:
Aufgrund von Magenschmerzen und saurem Geschmack im Mund wurde bei mir heute eine Magenspiegelung durchgeführt.Der Arzt sagte es sieht alles
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Meinem Vater 65 J wurde 29.02.2011 Magenkrebs T3 N1 M0 und Darmkrebs T3 N1 M0
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Patientenbericht vom 12.07.2011:
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Patientenbericht vom 12.06.2011:
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Patientenbericht vom 03.04.2011:
Hallo,
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Meiner Mutter wurde heute mitgeteilt das Sie einen Tumor am Magenausgang hat.Ob bös-oder gutartig wird Ihr morgen gesagt.Auf was muß
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Patientenbericht vom 28.04.2010:
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Hallo - wir haben im Februar folgende Diagnose bekommen: Ulcerierter maligner Tumor in der Magenkorpusschleimhaut mit V.A. Karzinomzellen. Dichter Soorbefall
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hallo,
bei mir wurde vor einem monat magenkrebs festgestellt.nach einer bauchdeckenspiegelung und 5liter wasser entfernung haben die auch metastasen
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Patientenbericht vom 20.10.2009:
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Patientenbericht vom 27.05.2009:
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Patientenbericht vom 25.05.2009:
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Patientenbericht vom 19.05.2009:
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Patientenbericht vom 31.03.2009:
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Patientenbericht vom 13.03.2009:
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Patientenbericht vom 12.03.2009:
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Patientenbericht vom 09.03.2009:
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Patientenbericht vom 28.02.2009:
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Patientenbericht vom 28.02.2009:
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Patientenbericht vom 14.03.2008:
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Patientenbericht vom 29.02.2008:
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Patientenbericht vom 07.02.2007:
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