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Hämochromatose = Eisenspeicherkrankheit
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Hämochromatose = Eisenspeicherkrankheit
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Die sog. primäre Hämochromatose ist eine Erbkrankheit. Die Vererbung setzt sich jedoch bei den einzelnen Familienmitgliedern unterschiedlich durch (Penetranz) , so dass in einer Familie völlig gesunde Menschen vorkommen neben Hämochromatose-Kranken. Männer erkranken sehr viel häufiger als Frauen (9:1). Dies wird bei den Frauen auf die Menstruation zurückgeführt, die zu Blutverlusten und damit Eisenverlusten führen, wodurch eine geringere Eisenspeicherung resultiert. Falls die Erkrankung bei Frauen auftritt, kommt sie meistens erst nach Ende der Periode, d.h. in der Menopause zum Tragen.
Die vermehrte Eisenablagerung erfolgt in den inneren Organen Leber, Niere, Milz, in den Drüsen(z.B. Bauchspeicheldrüse), im Darm, in der Haut und im Herzmuskel.
Die Häufigkeit des Auftretens liegt in der Altersgruppe der 18 – bis 70 jährigen bei 1,5 – 3 Promille. In bestimmten Gebieten Südeuropass und der schwarzen Bevölkerung Südafrikas kommt die Erkrankung praktisch nicht vor, Island dagegen nimmt eine Spitzenposition ein.
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Ursache
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Die Eisenaufnahme im Körper ist erhöht, jedoch ist noch nicht sicher bekannt, weshalb. Bei Patienten weißer Hautfarbe wird Hämochromatose meistens durch autosomal - rezessive Punktmutation C282Yim HFE – Gen verursacht. Daneben existieren in diesem und anderen Genen noch andere, seltener auftretende Mutationen, die zu einer verstärkten Eisenaufnahme führen können. Die relevanten Mutataionen führen zum Austausch von Cytosin zu Tyrosin in Position 282(C282Y) und von Histidin zu Asparaginsäure in Position 63(H63D) des HFE – Genprodukts. Man weiß inzwischen, dass nicht nur die Genveränderung verantwortlich ist für die Leberzirrhose und das damit erhöhte Risiko, an einem Leberzellkarzinom zu erkranken, sondern auch der Alkoholkonsum und das Zusammenwirken mit einer Virushepatitis. Im Stadium der Leberzirrhose beträgt das 5 – Jahres – Risiko, an einem Leberzellkarzinom zu erkranken, ca. 12 %.
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Feststellen der Erkrankung
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Die Kranken weisen einen erhöhten Serum-Eisenspiegel und einen erhöhten Eisenspeicherwert (Ferritin) auf (pathologisch über 1000µg/l) Ferritinwerte unter 1000 µg/l führen kaum zu einer schweren Komplikation. Die Eisenbindungskapazität weist eine Sättigung von über 55 % auf(pathologisch bei Frauen über 45 %, bei Männern über 50 %). Außerdem kann ein Bluttest einen Hinweis auf die vererbbare Erkrankung geben(Genmutation). Dieser Nachweis ist nicht unbedingt erfoderlich, erleichtert jedoch die Suche nach Genträgern(H63D und C282Y) in der Familie. Empfehlenswert ist eine Diagnostik bei erstgradig Verwandten. Eine sichere Diagnose gelingt nur durch die Leberbiopsie . Nach Organ – und Funktionsstörungen muss gesucht werden. Im Blutbild findet sich oft eine Makrozytose, gelegentlich eine leichte Polyglobulie oder eine leichte Erhöhung der Transaminasen. Anfangs sollte immer eine Basisuntersuchung mit Ultraschalluntersuchung der Leber, Bestimmung der Transaminasen und Cholestaseparameter und Testung des Zuckerstoffwechsels erfolgen. Bei fortgeschrittener Erkrankung mit Leberzirrhose sollten immer CEA und alpha – 1 –Fetoprotein bestimmt werden. Bei Verdacht sollte ein MRT der Leber durchgeführt werden.
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Beschwerden
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Je nach Schwere der Erkrankung und Organ, das von der Eisenablagerung betroffen ist, kann es zu schweren Krankheitserscheinungen oder zu ihrem völligen Fehlen kommen.
- durch die Ablagerung von Eisen in der Leber kann eine Leberzirrhose entstehen
- durch die Eisenablagerung in der Bauchspeicheldrüse kann es zu einer Zuckerkrankheit kommen
- Eisenablagerungen in der Haut führen zu einer bronzefarbenen Pigmentierung
- Eiseneinlagerungen in das Herz können zu schweren Herzrhythmusstörungen und zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen
- Eisenablagerungen in den Hormondrüsen können zu Hormonstörungen und ihren Folgen führen
- Gelenkerkrankungen sind häufig und betreffen vor allem die Grundgelenke des 2. und 3. Fingers und die Hand- und Hüftgelenke. Es kommt zu zystischen Knochenveränderungen, Gelenkspaltverschmälerungen, seltener aseptischen Knochennekrosen, und zur generalisierten Osteoporose. Diese sind irreversibel und auch nicht durch die Korrektur des Eisenstatus wesentlich zu beeinflussen.
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Behandlung
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Die wichtigste Therapie besteht im Entfernen des vermehrten Eisens aus dem Blut, was mit Aderlass erfolgt. Dabei werden dem Patienten wöchentlich bis zu 500 ml Blut aus der Vene entnommen, was zu einer Reduktion des Eisengehaltes von etwa 250 mg Eisen führt. Anfangs müssen diese Aderlässe häufig und unter Kontrolle von Blutbild und Ferritin durchgeführt werden, um das gespeicherte Eisen abzusenken. Ziel ist ein Serum – Ferritinspiegel unter 50 µg/l unter Vermeidung einer Anämie. Ist dieses im Normalbereich, was meistens ca. ? Jahr in Anspruch nimmt, genügen seltenere Aderlässe, oft nur alle 3 Monate. Ziel der Behandlung ist es, keine Organschäden entstehen zu lassen. Vorsicht ist geboten bei Eisenüberladung, aber normaler Transferrinsättigung, denn es besteht die Gefahr einer schweren Anämie. Ist der Eisenspeicherwert im Normbereich, ist es auch sinnvoll, Nahrungsmittel mit einem niedrigen Eisengehalt zu bevorzugen.
Medikamentös kann zur Behandlung nur Deferoxamin eingesetzt werden. Dieses ist jedoch wenig wirksam und kann Nebenwirkungen hervorrufen, weshalb es nur bei schweren Verläufen zusätzlich eingesetzt wird (bei schwerer Herzschwäche, wenn starke Volumenschwankungen nicht mehr vertragen werden oder wenn eine zusätzliche Blutkrankheit vorliegt). Daneben bleibt noch die Möglichkeit, Eisen aus dem Gewebe zu mobilisieren, indem man die Hämatopoese anregt(mit EPO). Diese Behandlung muss jedoch aufgrund der Volumenbelastungen unter strenger Kontrolle erfolgen.
Eine eisenarme und damit fleischfreie Ernährung wird offiziell nicht empfohlen. Man kann auch die Eigenschaften von Tee ausnutzen, der zu einer verminderten Aufnahme von Nichthämeisen ( vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten) führt, was vermutlich einer Eigenschaft seiner Phenole zu verdanken ist, die mit Nichthämeisen Komplexe bilden und dadurch die Aufnahme von Eisen im Darm reduzieren. Mit der Zufuhr von Vitamin C sollte man zurückhaltend sein, da es die Eisenresorption fördert. Protonenpumpenhemmer führen zu einer verminderten Eisenaufnahme.
Für die Behandlung der Osteoporose gelten die allgemeinen Richtlinien, ebenso für die Therapie der Arthrose. Bei Gelenkersatz ist zu bedenken, dass es eher zu aseptischen Prothesenlockerungen kommen kann.
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Patientenberichte:
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| Patientenbericht vom 10.07.2010: |
Vor einigen Wochen zeigten sich morgens zum ersten Mal an meinem linken Fuss abends noch nicht vorhandene bräunliche Hautverfärbungen. Es
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| Patientenbericht vom 27.05.2010: |
Hallo liebes Team,
Bin seit gestern nach dem Blutspenden von der Spende aussortiert
worden weil ich die Eisenspeicherkrankheit
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| Patientenbericht vom 23.03.2010: |
Heute wurde bei meinem Sohn (24 Jahre)eine Form der Eisenspeicherkrankheit diagnostiziert. Mein Sohn hat sein zwei Jahren schwere Erschöpfungszustände, sehr
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| Patientenbericht vom 24.02.2009: |
Bei mir wurde die Hämochromatose vor 3 Jahren festgestellt. Leider bin ich seitdem nicht mehr zum Blutspenden zugelassen. Was gibt
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| Patientenbericht vom 20.11.2007: |
Ein Bekannter leidet an der Eisenspeicherkrankheit. Zusätzlich auch noch an den Unruhigen Beinen (Restless-Legs). Können Sie mir eine Behandlungsmöglichkeit mitteilen.
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