Makuladegeneration

Fachartikel zum Thema Makuladegeneration

Wie Experten berichten, ist die senile Makuladegeneration in den Industrieländern eine der häufigsten Ursachen von Sehstörungen im Alter.
Hierbei kommt es zu einem Einwachsen von Zellen, Hyalinsubstanzen und eventuell Kalk im Bereich der Sehnervenpapille.
Ursache ist wohl eine Ablagerung von Eiweißmolekülen in der Netzhaut.Behandlungen sind bisher kaum erfolgreich. Zwar können sich mit Laserbehandlungen die Wucherungen zurückbilden. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Verlauf der Makuladegeneration. Der Verlust der Sehfähigkeit kann trotz Behandlung auftreten durch Rückgang (Atrophie) oder Umwandlung in die feuchte Form der Makuladegeneration.
Das Auge hat einen sehr wichtigen und sehr krankheitsanfälligen Abschnitt, der Altersveränderungen unterliegt. Beim Altersabbau der Makula (Stelle der Netzhaut) kommt es zu einer Lochbildung im Bereich der Makula und zum Verzerrtsehen mit zentralem Sehausfall. Beim Fortschreiten der nassen Makulaerkrankung, die bei ausgeprägter Arterienverkalkung der Adern und Netzhautgefäße auftritt, kommt es ebenfalls zum Verzerrtsehen und zu einer schnellen Abnahme der Sehkraft. Eine Behandlung ist sehr schwierig. Deshalb ist auch hier eine Vorbeugung mit dem Verhindern von Arterienverkalkung sehr wichtig.
Auf Grund von Verletzungen kann es ebenfalls zu Löchern der Makula mit Sehproblemen kommen. Auch bei Verbrennungen oder starker Sonneneinstrahlung kommt es zur Schädigung der Makula. Erkrankte haben Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen oder zu lesen. Dies bringt eine starke Einschränkung der Lebensqualität mit sich.

Ursachen der Erkrankung

Diese sind noch nicht eindeutig geklärt. Man vermutet eine verminderte Versorgung der Netzhaut mit Nährstoffen. Risikofaktoren sind hohes Alter, Rauchen, ungesunde Ernährung, örtliche Risikofaktoren, Bluthochdruck. Auch eine Vererbung ist bei manchen Menschen inzwischen bewiesen. Man hat im Komplementfaktor-H (CFH) – Gen ein hochsignifikantes Risikoallel, Y402H gefunden. Man schätzt, dass dieser Faktor bei etwa 20 – 50 % er Erkrankten eine Rolle spielt. Die verschiedenen Faktoren wie Vererbung, Umweltprozesse und Alter führen zu einer Störung der Funktion im Bereich der Zellen, es kommt zu Ablagerungen in den Wänden und infolge dessen zu Gefäßwucherungen und zu Immunprozessen, die schließlich Zellen in der äußeren Netzhaut – und Aderhautschicht zerstören und später in die feuchte Form übergehen, bei der es zu Gefäßwucherungen aus der Aderhaut kommt. Die Gefäßwucherungen führen zu einer Anschwellung und Blutung im Bereich der Makula und schließlich zum Verlust der Funktion der Retinazellen.
An der Gefäßwucherung ist der VEGF (vascular endothelium growth factor) beteiligt, der bei der feuchten Makuladegeneration in hoher Dosierung ausgeschüttet wird. Da die Gefäße durchlässig sind, kommt es zu einem Ödem (Wassereinlagerung und Anschwellung). Normalerweise werden Ablagerungen von Lysosomen verdaut. Ist die Durchblutung oder Sauerstoffversorgung schlecht oder der Anteil freier Radikale im Körper sehr hoch, kommt es zum Umbau der Abschilferungen und die Lysosomen sind nicht mehr in der Lage den „Müll“ zu erkennen und ihn abzubauen. Er bildet eine „Schallmauer“, durch die VEGF – Signale schlecht durchkommen und gleichzeitig wird erhöht VEGF ausgeschüttet, um Reparaturprozesse einzuleiten. Diese Prozesse führen schließlich zu den beschriebenen Folgen.

Beschwerden

Ein Warnsignal kann das verzerrte Sehen von Linien sein.

Feststellen der Erkrankung

Erste Hinweise kann der Amsler-Gitter-Test liefern, bei dem der Augenarzt dem betroffenen ein einfaches Gittermuster zeigt. Wenn die Linien dieses Gitters krumm oder verzerrt erscheinen, kann es sich um eine altersbedingte Makuladegeneration handeln.

Vorbeugung

Antioxidative Vitamine und Zink haben eventuell, eine günstige Wirkung bei Patienten mit fortgeschrittener Makuladegeneration.
Es wird diskutiert, dass der Pflanzenfarbstoff Lutein vorbeugen könnte. Dieser findet sich im Körper vor allem an der Stelle des schärfsten Sehens an der Netzhaut, ist wohl günstig für das Auge und schützt auch vor zu starker Sonneneinstrahlung. Wir können Lutein nicht selbst produzieren. Er kommt vor allem in Kohlsorten und Spinat vor, wird aber auch häufig Nahrungsergänzungsmitteln beigefügt. Die Wirksamkeit muss jedoch durch weitere Studien bestätigt werden. Vorsorge für das Auge bedeutet auch das Tragen einer guten Sonnenbrille und Schutz des Auges(z.B. vor Austrocknung),Verminderung der Risikofaktoren durch z.B. Kontrolle des Blutzuckers und exakte Blutruckeinstellung, regelmäßige augenärztliche Kontrollen, insbesondere, wenn in der Familie bereits eine Makuladegeneration aufgetreten ist. Lichtschutz, eine gesunde Ernährung sowie regelmäßige körperliche Aktivität zur Verbesserung der Durchblutung. Die genaue Ursache der Makuladegeneration ist noch nicht bekannt. Man kennt jedoch Risikofaktoren, die die Makuladegeneration beeinflussen können. So führen ein erhöhter Blutdruck, starke Sonneneinstrahlung und eine ungesunde Ernährung eher zur Makuladegeneration. Auch erbliche Riskikofaktoren sind vorhanden. Daher ist es notwendig, sich gesund zu ernähren, regelmäßig den Blutdruck zu überwachen und korrekt einzustellen und bei Makulaerkrankungen in der Familie die Augen jährlich beim Augenarzt kontrollieren zu lassen.

Formen der Makuladegeneration

85% der Betroffnen leiden an einer trockenen Makuladegeneration. Diese Form verläuft langsam und schleichend. Sie kann sich über Jahrzehnte hinziehen. Die feuchte Makuladegeneration ist viel schwerwiegender und kann innerhalb von einigen Wochen zu einem ausgeprägten Sehverlust führen. Dieser Sehverlust wird durch neue Blutgefäße verursacht, die im hinteren Teil des Auges wachsen. Aus ihnen tritt dann Blut und Flüssigkeit aus. Dies führt zu einer Vernarbung und Schädigung der Makula, dem Teil des Auges, der zentrales, scharfes Sehen ermöglicht.

Behandlung

Wichtig ist vor allem die regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt, da insbesondere beim Übergang von der trockenen in die feuchte Form erst eine Laserbehandlung durchgeführt werden muss, um den Schaden zu begrenzen.
Eine neuere Behandlungsform ist die photodynamische Therapie mit Verteporfin, einem lichtaktiven Wirkstoff. Diese Therapie ist für die Behandlung bestimmter Formen, nämlich subfovealer choroidaler Neovaskularisationen infolge altersbedingter Makuladegeneration angezeigt.
Die Behandlung verspricht eine Verlangsamung des Sehverlustes und evtl. ein Stoppen desselben. Die Therapie erfolgt in 2 Schritten. Zunächst wird über eine Kurzinfusion Verteporfin gegeben. Dann erfolgt die örtliche Betäubung des Auges mit einer Tropflösung. Danach wird ein Kontaktglas auf das Auge gesetzt und anschließend das Auge durch eine Beleuchtung mit einem Rotlicht-Laser aktiviert, was ca. 1,5 Minuten dauert. Dadurch schädigt Verteporfin die Blutgefäßwucherungen und verschließt diese, so dass ein weiteres Austreten von Blut und Flüssigkeit reduziert wird. Da die Blutgefäße dazu neigen, sich wieder zu öffnen sind Nachuntersuchungen und evtl. Wiederholungen der Behandlung notwendig. Da durch die Behandlung Haut und Augen sehr sonnenempfindlich werden, müssen diese 2 Tage lang vor starker Sonne und starker Beleuchtung geschützt werden. Nach der Behandlung ist die Sicht leicht verschwommen, weshalb Autofahren oder das Bedienen von Maschinen unterbleiben müssen.
Achtung: Verteporfin kann zu Schwellungen und Schmerzen an der Infusionsstelle und zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Vereinzelt kam es bisher auch zu Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Blutdruckabfall. Im Bereich des Auges kann es zu Schmerzen, Rötungen, Blutungen und verändertem Sehvermögen kommen.
Eine neuerdings in einer Studie mit mehr als 1000 Personen positiv wirkende Substanz ist Pegaptanib-Natrium, das wohl in der Lage ist, die Einsprossung von Blutgefäßen aus der Aderhaut in den zentralen Netzhautbereich zu verhindern als auch die erhöhte Flüssigkeitsdurchlässigkeit der neu gebildeten Gefäße. Das Medikament muss alle 6 Wochen in den Glaskörper gespritzt werden, wobei Infektionen die größte Gefahr darstellen, seltener kommt es zu grauem Star durch Verletzung der Hornhaut. Bei der Behandlung spürt man nur einen kleinen Einstich. Bereits eine niedrige Dosis des Medikaments ist wohl wirksam. Die Behandlung muss nach heutigem Wissensstand über 2 Jahre erfolgen. Zu erwarten ist eine Stabilisierung des Sehvermögens bereits nach 6 Wochen. Das Medikament ist in den USA bereits zugelassen, in Deutschland wird eine Zulassung 2006 erwartet.
Neue Behandlungsversuche werden durchgeführt mit Substanzen, die die Gefäßneubildung hemmen (Z. B. VEGF – Antikörper, Kortisonpräparate) und mit operativen Transplantationsversuchen. Diese können eventuell die Therapiemöglichkeiten in Zukunft verbessern. Inzwischen steht der selektive VEGF – Antagonist Pegaptanib - Natrium zur Verfügung und sollte nach Meinung von Experten frühzeitig eingesetzt werden, um die Gefäßneubildung zu stoppen. Der Wirkstoff wird in den Glaskörper gespritzt. In einer Studie konnte damit bei ca. 35 % der Patienten die Sehkraft erhalten und bei 18 % verbessert werden.

Interessantes

Die feuchte Makuladegeneration ist die häufigste Erkrankung für eine gesetzlich anerkannte Sehminderung.

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